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Gute Führung beginnt bei der Selbstführung

Führungskräfte im Vertrieb tragen allerlei Verantwortung. Sie sind gewissermaßen der Motor im Team, bestimmen die Richtung und geben das Tempo vor. Sie sind Kraftquelle und Leitbild, und sie müssen motivieren und kommunizieren. Damit sind Führungskräfte für Mitarbeiter die wichtigsten Personen im Job.

Um der großen Verantwortung gerecht zu werden, müssen Führungskräfte bei sich selbst beginnen. Denn andere Menschen erfolgreich zu führen, verlangt, selbst zu wissen, was man erreichen will und wie man seine Mittel dafür effizient einsetzt. Gute Führung beginnt also mit Selbstführung – sie hat drei Dimensionen.

Die erste Dimension ist Selbstorganisation. Als Führungskraft kannst du nur erfolgreich arbeiten, wenn du in der Lage bist, dich selbst gut zu organisieren. Wenn jedoch überall Chaos herrscht, es keine klaren Orte für wichtige Unterlagen gibt und auch auf dem Computerdesktop die Dateien lose herumschwirren, dann bleibt keine Zeit für die eigentlich wesentlichen Dinge: die strategische Planung der Vertriebsaufgaben und Leadership im Team.

Die zweite Dimension der Selbstführung ist die Selbstsorge. Sie ist für alle Führungskräfte lebensnotwendig. Denn wer zu oft über die eigenen Kräfte geht, hat bald keine Kraft mehr, weder für sich selbst noch für die Mitarbeiter im Team. Um sich selbst zu schützen und auch anderen nicht zur Last zu fallen, ist es daher wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören, Pausen einzulegen und durch gesunde Ernährung und Bewegung auch körperlich fit zu bleiben. Erst wenn du so Verantwortung für dich selbst übernimmst, kannst du auch für andere Verantwortung tragen.

Die dritte Dimension ist schließlich die Selbstreflexion. Wer erfolgreich führen will, muss stets bereit sein, das eigene Denken und Handeln zu hinterfragen sowie das eigene Können und Wissen weiterzuentwickeln. Gute Führungskräfte überprüfen sich beständig selbst. Sie entwickeln ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein in dem Sinne, dass sie sich dessen bewusst sind, was sie bereits gut erledigen und woran sie noch arbeiten müssen.

Aus den drei Dimensionen ergibt sich daher die Formel:

Selbstführung = Selbstorganisation + Selbstsorge + Selbstreflexion.

Werden diese drei S berücksichtigt, ist eine gute Basis für erfolgreiche Führung geschaffen. Auf dieser Basis müssen Führungskräfte dann an ihren Kompetenzen feilen – also an ihrem Fachwissen, an ihren persönlichen Eigenschaften gegenüber dem Team und an ihrer Fähigkeit, hilfreiche Arbeitsmethoden einzusetzen.

Diese und weitere Erkenntnisse UND vor allem Trainingsmöglichkeiten erlernen Sie in verschiedenen Seminaren bei uns. Lassen Sie sich von uns beraten. Schnell, kompetent und unkompliziert.

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Experiment im Unternehmen

Für ein Experiment sollten Chefs täglich 20 Minuten mehr mit ihren Mitarbeitern sprechen — das Ergebnis ist beeindruckend

Es ist eine Binsenweisheit, dass gute Kommunikation in Sachen Mitarbeitermotivation das berühmte „A und O“ ist. Doch ein Forschungsprojekt, das von den Universitäten Köln und Bonn, Frankfurt und Konstanz gemeinsam mit einer großen Supermarktkette im Baltikum — ihr Name wird in der Studie nicht genannt — durchgeführt wurde, beweist das nun abermals eindrücklich.

Die baltische Supermarktkette hat, wie viele ihrer ausländischen Mitbewerber auch, mit einer hohen Fluktuation unter den eigenen Arbeitskräften zu kämpfen: Jedes Jahr kündigten dort durchschnittlich 80 Prozent der 5.500 Angestellten, sodass quasi permanent neue Mitarbeiter eingearbeitet wurden und Erfahrene das Unternehmen verlassen haben.

Deshalb rief der CEO die Hälfte seiner Filialleiterinnen und Filialleiter dazu auf, „alles in ihrer Macht Stehende zu tun“, um die hohe Fluktuation an ihrem Standort zu senken. Daraufhin kümmerten sich 119 der 238 Geschäftsleiter intensiver um ihre Mitarbeiter — und verbrachten im Schnitt 20 Minuten am Tag mit ihnen. In den restlichen Niederlassungen wurde nichts verändert.

„Wir waren überrascht, wie groß der Effekt ist“

Nachdem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Kündigungsdaten der darauf folgenden Monate ausgewertet hatten, stellten sie fest, dass an den „kommunikativen“ Standorten die Kündigungszahl um bis zu 25 Prozent gesunken war, während sie an den anderen gleich geblieben war.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Fluktuation in der Belegschaft allein durch simple, tägliche Kommunikation zwischen Arbeitnehmern und mittlerem Management gesenkt werden kann. „Wir waren überrascht, wie groß der Effekt dieses relativ simplen Eingriffes ist“, kommentiert Studienleiter Matthias Heinz, Ökonom an der Universität zu Köln.

 

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Firmencoaching – anders als gedacht

Meine praktische Tätigkeit als freier Coach und Trainer spielt sich wie folgt ab:

Ich werde in eine Firma gerufen, wo man mir eröffnet, dass man mich für eine Schulung vorgesehen hat (meist aufgrund einer mündlichen Empfehlung). Jetzt lasse ich mir erst einmal erzählen, was die Firma tut und wie der „Laden läuft“. Dann komme ich auf die spezielle Problematik zu sprechen – denn gäbe es keine Probleme, so hätte man mich nicht gerufen.

Bei diesem Stand der Gespräche hake ich mit (oft sehr direkten und teilweise unangenehmen) Fragen so lange nach, bis ich genau weiß, wo die Nöte der Firma beziehungsweise ihrer Mitarbeiter liegen.

Erst jetzt fällt die Entscheidung: Was für eine Art Seminar wollen wir abhalten? Ein Management-Seminar? Ein Kommunikationsseminar? Eine Rhetorikschulung? Eine Schulung für Gesprächstechnik? Ein ausgesprochenes Verhaltenstraining? Ein Motivationsseminar? Oder mehrere dieser Seminare – und in welcher Reihenfolge? Oder eine Kombination?

Nehmen wir mal an, das Grundproblem einer Firma sei folgendes: Die Firma hat ein Marketing-Konzeption erarbeitet – und der Außendienst zieht nicht mit! Im Augenblick „mauern“ die „alten Hasen“; möglicherweise steht auch eine „Palastrevolution“ ins Haus. Mein Vorschlag heißt in diesem Falle: „Offiziell“ machen wir ein „Verkaufstraining“. Richtziel des Seminars muss es aber sein, den Außendienst zu motivieren, dass er die neue Marketing-Konzeption anerkennt und nach dem Seminar „moralisch aufgerüstet“ an die Front zurückeilt, um höhere Umsätze denn je zuvor zu erzielen. Denn an den erzielten Umsätzen wird letztlich mein Erfolg gemessen.

Jetzt hole ich möglichst detaillierte Auskünfte über den Außendienst ein. Und zwar auf zweierlei Weise: Zum einen lasse ich mir von meinem Verhandlungspartner (meist Vertriebs- und/oder Außendienstleiter erzählen, was er von „seinem“ Außendienst hält. Und dann gehe ich mit mindestens zwei Außendienstmitarbeitern einige Tage auf die Reise. Erst dann entscheide ich endgültig über Zeitdauer und Lernziele des Seminars und übersende der Firma einen Programmvorschlag.

Wie man sieht, lege ich sehr viel Wert auf die „Vorarbeit“ und gehe nicht blauäugig in ein Coaching/Seminar. Gerade in Unternehmen ist dies besonders wichtig.

Sie wollen mehr erfahren? Dann melden Sie sich einfach unter info@michaeltiefel.com

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Kommunikation ist JETZT wichtiger denn je

Von allen Lebenskompetenzen, die uns zur Verfügung stehen, ist Kommunikation wohl die mächtigste.

Viele fühlen sich im Home office zunehmend einsam und sehnen sich nach Gemeinsamkeit, Austausch und menschlicher Nähe. Das schwächt den Einzelnen und führt dazu, dass die Effektivität von Teams und Unternehmen schwindet. Was können Führungskräfte, aber auch jeder Einzelne dagegen tun?

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, menschliche Bindung herzustellen, d.h. sich als Menschen trotz der remote Arbeitssituation auszutauschen und spürbar zu machen. Das galt schon immer und gewinnt in der aktuellen Krisensituation grundlegend an Bedeutung. 

So wird Kommunikation zur mächtigen Krisenkompetenz. Was können Sie tun, um den intensiven Austausch mit ihren Mitarbeitern, im Team zu fördern?

Mein Tipp:

  • Sorgen Sie für vielfältige Möglichkeiten, sich auszutauschen – über berufliche und auch private Aspekte (vom Stand up Meeting, Chatrooms, virtuellen Coffee-breaks bis zum persönlichen Gespräch mit jedem Einzelnen etc.)
  • Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der sich jeder auch mit seinen persönlichen Themen zeigen kann.
  • Seien Sie ein Role-Model für Ihre Mitarbeiter, indem Sie sich selber zeigen und von den Dingen erzählen, die Sie beschäftigen, umtreiben, freuen, sorgen… So machen Sie Ihren Mitarbeitern Mut, dasselbe zu tun.

Auf diese Weise stärken Sie erfolgreich das Gemeinschaftsgefühl und halten ihr Team auf Erfolgskurs.

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Der programmierte Mensch

Wir Menschen sind programmiert – und so nachhaltig, dass die meisten Menschen aus ihrem in der Kindheit erworbenen Programm ohne äußeren Einfluss nie mehr herauskommen. Mit anderen Worten: Menschen ändern ihr bisheriges Verhalten erst dann wesentlich, wenn irgendeine dritte Person auf sie einwirkt. So eine dritte Person kann beispielsweise ein Liebespartner, ein Seminarleiter, ein Coach oder ein Psychotherapeut sein. D. h. eine Person, von der man „viel hält“, die für einen eine geliebte oder verehrte Autorität ist, mit der man sich identifizieren kann.

Das Medium, das gegenseitige Einwirkungen unter Menschen vermittelt, bezeichnet man heute allgemein mit „Kommunikation“. Kommunikation findet immer dann statt, wenn ein Mensch das Verhalten eines anderen beeinflusst – und zwar auch, wenn nichts gesprochen wird! Kommunikation ist also viel umfassender, als dies gemeinhin angenommen wird. Das gesprochene Wort ist nur ein Teil der Kommunikation – wenn auch der wesentlichste.

Wer mehr wissen möchte: info@michaeltiefel.com

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Von der Psychologie des Coaching

Wir leben in einer Welt, zu deren hervorstechendsten Merkmalen die Kommunikationsschwäche gehört.

In guter deutscher Umgangssprache heißt dies: es gelingt dem einzelnen immer weniger, eine fruchtbare Verbindung  zu seinen Mitmenschen herzustellen.

An diesem Zustand ist nicht etwa die oft bemühte Reizüberflutung durch die Massenmedien schuld, sondern eine Schwäche in der Persönlichkeitsstruktur jedes einzelnen. Denn wenn ich meiner selbst nicht sicher bin und nicht mit mir anzufangen weiß, dann kann ich mich auch nicht für andere engagieren.

Da aber gerade das Lehren ohne ein starkes Engagement für die Lernenden undenkbar ist, kann man nicht über Pädagogik reden, ohne deren psychologische Grundlage erarbeitet zu haben.

Ohhhh was heißt das nun wieder? Leider leider kann sich heutzutage jeder Coach oder Trainer nennen und nutzt dies natürlich auch aus. Klar gibt es überall gute und schlechte, nur fällt mir auf, dass viele nur das schnelle Geld und den schnellen Erfolg sehen.

Wenn ich effektiv und effizient coachen will und meinen Klienten zum gewünschten Erfolg bringen möchte, muss ich mich viel mehr mit ihm beschäftigen. Ich muss mich in ihn reinversetzen, ihn zuhören und verstehen wollen. Dies kostet am Anfang sehr viel Zeit und Geduld, jedoch am Ende ist dies der einzig richtige Ansatz eines jeden Coach, Trainer oder Lehrer!

Massenmotivationsveranstaltungen sind in meinen Augen Massenbespassungen. Ich bin kurzfristig befriedigt und befinde mich in einem brutalen Hoch, ähnlich wie ein Rausch. Aber jeder Rausch hat auch ein Ende und der Kater danach ist nie schön.

Nun, wie finde ich einen Coach der zu mir passt? Wen gebe ich tausende von Euros und vertraue ihn meine Führungskräfte und somit einen Teil meines Unternehmens (oder mich selbst) an?

Reden Sie mit ihm/ihr. Fragen Sie ihm/ihr Löcher in den Bauch. Wenn er/sie mit Leib und Seele dabei ist, versucht er jede Frage zu beantworten. Keimt auch nur der geringste Zweifel in ihrem Bauch, gehen Sie wieder. Und was kostet das Coaching? Unterschiedlich, nach oben sind keine Grenzen. Aber wenn er einen Stundensatz im mittleren zweistelligen Bereich anbietet (oder generell im zweistelligen), kann es auch nur mittelmäßig sein.

 

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JUNGS und Mädchen und ihre „Behinderung“

Es ist kein Zufall, dass 80% der angeblich Lernbehinderten Kinder männlich sind. Dafür gibt es mehrere Gründe. Um nur zwei zu nennen:

  • Jungen entwickeln zunächst die GROBMOTORIK und erst nach der Pubertät die FEINMOTORIK. Bei Mädchen ist es umgekehrt. SCHÖNSCHREIBEN aber ist feinmotorisch und für kleine Jungen daher fast nicht zu schaffen (zum „Glück“ gibt es das ja jetzt nicht mehr).
  • Jungen müssen fast doppelt so viel Muskelmasse entwickeln (der männliche Körper besteht zu 40% aus Muskeln, der weibliche nur zu 24%). Das heißt, sie müssen Muskeln durch BEWEGUNG aufbauen, diese durch weitere Bewegung trainieren und im Gehirn die nötigen Verbindungen, um sie richtig bewegen zu können. Deshalb müssen Jungen sich bis zur Pubertät tagtäglich mehrere Stunden lang bewegen, in der Schule aber zwingt man sie, ständig stillzusitzen.Hinzu kommt, dass sie inzwischen auch nicht mehrt auf der Straße spielen können/bzw. durch die neuen Medien wollen. Spielplätze wurden Parkplätzen geopfert (das bringt mehr Wählerstimmen), und Sportplätze (früher in fast jedem Stadtviertel vorhanden) muss man heute mit der Lupe suchen. Auch im Haus dürfen sie im Treppenhaus nicht rennen. WO BITTE SOLLEN DIE LJUNGEN DIE ENTWICKLUNG DURCHLAUFEN, die sie so dringendst benötigen??? Wären Ballspiele und Übungen für die Hand-Auge-Koordination (z.B. Spiele, bei denen man zielen und werfen/schießen muss) Schulfächer, dann könnten die Jungen ihr ureigenstes Wesen genauso entwickeln, wie die Mädchen das dürfen.

Und nun? Was macht man mit diesem Wissen? Nicht immer gleich zur Chemiekeule greifen und die Entwicklung jedes einzelnen beobachten. Jedes Kind entwickelt sich eigenständig und in seinem Tempo. Der eine schneller, der andere etwas langsamer. Das ist ganz normal. Das Erlernen eines Musikinstrumentes steigert zum Beispiel die Bereitschaft am Lernen in der Schule. Genauso muss die Gemeinde mehr eingreifen. Die soziale Entwicklung der Kinder außerhalb der Schule fördern. Nicht nur durch Errichtung eines Sportparks, sondern auch durch Erschaffung von Plätzen, an denen die Kinder SELBST und STÄNDIG sich ausTOBEN und entFALTEN können. Gebt ihnen mehr Raum und traut ihnen (sorry not sorry: verdammt noch mal) mehr zu.

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Finde deine Stärken

WARUM IST ES SO WICHTIG SEINE STÄRKEN ZU FINDEN?!…NICHT NUR FÜR SICH SELBST, ALS AUCH FÜR DEN ZUKÜNFTIGEN CHEF….

Wenn wir bedenken, dass bis zu 80% aller MitarbeiterInnen darüber klagen, dass ihn en die Arbeit nur selten wirklich Spaß macht, dann können wir davon ausgehen, dass nur wenige Menschen gelernt haben, wo sie ihre Stärken am besten entfalten können.

Beispiel: Für eine Person, die sehr gern mit Menschen zu tun hat, wäre z.B. ein Job, bei dem sie ständig  allein in einem Mini-Büro an einem PC sitzen muss, mit ständigem Stress verbunden. Und umgekehrt: Jemand, der am liebsten allein und selbstbestimmt arbeitet, würde akuten Stress erleiden, wenn man ihn andauernd zwingen würde, mit anderen zu kommunizieren (egal ob dies KollegInnen oder KundInnen sind). Ebenso schlimm wäre es, wenn er zwar ein abgeschlossenes Mini-Büro hätte, man ihn aber zwingt, regelmäßig das Telefon für einen Kollegen (der viele Termine außer Haus wahrnimmt) zu übernehmen. Dabei WERTEN wir nicht, weder be- noch verurteilen wir. Es ist weder „gut“ noch „schlecht“, so oder anders veranlagt zu sein, Und doch „passt“ eine Veranlagung zu bestimmten Situationen besser als zu anderen. Eine medizinisch-technische Assistentin (MTA) in einer Arztpraxis MUSS Menschen mögen, denn Patienten sind durch Ängste und/oder lange Wartezeiten schon genervt genug, ehe die Behandlung überhaubt beginnt; sie BRAUCHEN einen Mitmenschen, der Menschen mag. Im Gegensatz dazu gibt es „Einzelgänger“, z.B. Wissenschaftler oder Programmierer, deren Fähigkeit, viele Stunden am Stück hochkonzentriert arbeiten zu können, eine Stärke ist, die sehr kommunikationsfreudige Mitmenschen selten teilen. Dafür können diese in Gesprächen, Konferenzen, Meetings etc. viele Stunden am Stück hochkonzentriert kommunizieren, was für die „Einzelgänger“ akuten Stress bedeuten würde. Es geht also nicht um „gut“ oder „schlecht“ sondern darum, herauszufinden, was für uns selbst „gut“ ist weil wir dann sowohl unsere beste Leistung erbringen, als auch am meisten Freude dabei erleben.

Gerne erfahren Sie hier mehr: info@michaeltiefel.com

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Methoden zur Effektivität im Unternehmen

Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, im Leben nach Erfolg zu streben.

Die erste Methode besteht darin, sich auf die äußerlichen Fähigkeiten zu konzentrieren, die man für das Erreichen seiner Ziele braucht. Nehmen wir an, du sehnst dich nach mehr Tiefe und Verbundenheit im Umgang mit anderen Menschen. Dann würdest du nach diesem Ansatz v.a. an deinem Kommunikationsskills und deiner Körpersprache arbeiten. Doch was nach einem soliden Weg zu persönlichem Wachstum klingt, ist im Grunde nur eine übereilte Abkürzung. Du dokterst mit schnell und leicht bedienbaren Werkzeugen an der Oberfläche herum, statt dich mutig mit den tieferliegenden Wesenszügen auseinanderzusetzen, die dir wirklich im Weg stehen. Du ahnst es schon: Der Ansatz führt zu keiner nachhaltigen Persönlichkeitsentwicklung.

Die zweite, wesentlich effektivere Methode besteht darin, wirklich an deinem Charakter zu arbeiten. Darin, deine hartnäckigsten Angewohnheiten zu hinterfragen und die Grundfesten deines Wertesystems auf Schwachstellen abzuklopfen. Wenn eine Veränderung nachhaltig sein soll, muss sie tief in dir drin beginnen. Bei allem, was du stümperhaft überstülpst, scheint früher oder später dein wahrer Charakter durch. Die Charakter-Ethik basiert auf Courage, Integrität und der goldenen Regel „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu“.

Du siehst: Wirkliche Veränderung kann nur von innen kommen. Wenn du dich deinem Partner oder deinen Freunden wirklich näher fühlen möchtest, braucht es mehr als flotte Tipps dazu, wie du andere manipulierst. Versuche stattdessen, zuallererst mit dir selbst ins Reine zu kommen und Stück für Stück ein besserer Mensch zu werden.

Bringe deine Sicht auf die Welt in Einklang mit den großen, universellen Prinzipien des Zusammenlebens

Mit Sicherheit hast auch du schon eine Land- oder Stadtkarte zu Hilfe genommen, um dich an einem fremden Ort zurechtzufinden. Wir alle wissen, dass Karten nicht der Ort selbst sind. Sie sind Modelle, die uns die grundlegenden Aspekte eines realen Gebiets erklären und helfen, uns darin zurechtzufinden.

Auch du verwendest tagtäglich ein ganz bestimmtes Modell, um durch die Welt zu gehen. Nur handelt es sich dabei um keine Stadtkarte mit Straßen und Adressen, sondern um ein Paradigma. Ein Paradigma ist die mentale Landkarte eines Menschen; seine rein subjektive Art, die Welt zu sehen, wahrzunehmen und zu verstehen. Nur so ist erklärbar, warum es jemand mit einem pessimistischen Paradigma als frustrierende Zeitverschwendung empfindet, sich in einer fremden Stadt zu verlaufen, während ein Mensch mit positivem Paradigma den ungeplanten Umweg als Abenteuer begreift.

Wenn du wesentliche Charakterzüge langfristig ändern möchtest, musst du dich aktiv um einen Paradigmenwechsel bemühen. Nur so kannst du deine subjektive Wahrnehmung und dein Verhalten beeinflussen. Voraussetzung dafür ist, dass du deine Verhaltensmuster erkennst und aufmerksam beobachtest, damit du weißt, welche dir im Weg stehen.

Die effektivsten Paradigmen basieren auf höheren, universellen Prinzipien des Zusammenlebens wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Integrität. Weil sich die Mehrheit der Menschen an ihnen orientiert, halten sie das soziale Geflecht der Welt wie Naturgesetze zusammen. Und je präziser deine mentale Landkarte dieser moralischen Landschaft entspricht, desto besser kannst du die Welt verstehen – und dich bewusst und nachhaltig verändern. Die sieben Wege zur Effektivität sind genau das: der Versuch, ein Paradigma zu verinnerlichen, das auf diesen universellen Prinzipien basiert.

Sei pro-aktiv und übernimm die Kontrolle über dein Schicksal.

Einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen uns Menschen und anderen Tieren ist unsere Fähigkeit, mit Umweltreizen umzugehen. Tiere sind Sklaven ihrer instinktiven Reaktionen auf externe Stimuli. Wir Menschen hingegen besitzen die Fähigkeit zur Reflexion. D.h. wir können bewusst mit äußeren Reizen umgehen und uns sogar antrainieren, auf eine ganz bestimmte, bevorzugte Art pro-aktiv auf sie zu reagieren und Einfluss zu nehmen.

Trotzdem entscheiden sich viele Menschen für eine reaktive Lebensweise. Sie lassen zu, dass äußere Umstände ihr Verhalten und ihre Gefühle bestimmen. Sie geben dem schlechten Wetter und der Rücksichtslosigkeit anderer Menschen die Schuld an ihrer eigenen Miesepetrigkeit. Pro-aktive Menschen dagegen machen sich ihr Wetter selbst. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Leben und entscheiden bewusst, wie sie sich in welcher Situation verhalten. Sie sagen Dinge wie „Ich habe beschlossen…“ oder „Lasst uns zusammen überlegen, wie wir das Problem lösen können“.

Es gibt ein schönes Bild für den Unterschied zwischen pro-aktiv und reaktiv. Stell dir zwei konzentrische Kreise vor. Der äußere Kreis ist der Kreis der Sorge, der von der Stromrechnung bis zur Angst vor einem Atomkrieg für alles steht, was dir Kummer bereitet. Der kleinere, innere Kreis ist der Kreis der Macht und beinhaltet all jene Dinge, die du wirklich aktiv beeinflussen kannst. Reaktive Menschen konzentrieren sich zu stark auf den äußeren Kreis der Sorge. Ihr Ärger über Dinge, die sich ohnehin nicht ändern lassen, lässt den Kreis der Macht in ihnen schrumpfen. Pro-aktive Menschen hingegen legen den Fokus bewusst auf alles, was sie selbst beeinflussen können. Dadurch wächst der Kreis der Macht und ringt dem Kreis der Sorge mehr und mehr Raum ab.

Pro-aktivität kann also eine mächtige Eigenschaft sein – sogar unter absoluten Extrembedingungen. Nimm das beeindruckende Beispiel des österreichischen Psychologen Viktor Frankl, der im Zweiten Weltkrieg als Insasse eines Konzentrationslagers die unmenschlichsten Bedingungen erleiden musste. Er erkannte, dass die KZ-Aufseher um ihn herum jeden Quadratzentimeter seiner Umgebung kontrollierten, ihm eines aber dennoch nicht nehmen konnten: die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie er mit seiner Situation umging. Die Vorstellung, wie er in einer besseren Zukunft Vorlesungen über die Auswirkungen der Gefangenschaft auf seine Psyche halten würde, hielt ihn im wahrsten Sinne des Wortes am Leben. Seine Freiheit existierte in dem schmalen Spalt zwischen äußeren Umständen und innerer Reaktion. Er schützte diesen flackernden Funken Hoffnung, nährte ihn tapfer und schürte ihn zu einem wärmenden Feuer, das die anderen Häftlinge und sogar einige der Wächter inspirierte.

Auch du hast diese Macht und Freiheit, zu entscheiden, was zwischen einem äußeren Reiz und deiner Reaktion passiert. Du bist frei, dein Verhalten und deine Gefühle zu steuern. Du kannst ja für den Anfang eine 30-tägige Testphase planen: Wann immer du in dieser Zeit merkst, dass du gerade anderen Menschen oder äußeren Umständen die Schuld für ein Problem gibst, erinnerst du dich daran, dass in Wahrheit alles davon abhängt, wie du mit dem Problem umgehst. Suche selbst nach Lösungen. Nutze die kleine große Freiheit zwischen Reiz und Reaktion – und schüre dein eigenes Feuer.

Wisse immer schon am Anfang, wo du am Ende hinwillst.

Egal, was du in deinem Leben tust – du tust es im Grunde immer zweimal. Einmal in der Vorstellung, und dann, wenn du tatsächlich handelst.

Stell dir z.B. vor, du willst ein Haus bauen. Da versteht es sich von selbst, dass du dir lange vor dem ersten Spatenstich überlegst, wie es später aussehen soll. Du machst Pläne für den Grundriss, die Raumaufteilung, den Garten usw. Alles andere hätte chaotische und kostspielige Konsequenzen. Ohne Planung würdest du garantiert irgendetwas Wichtiges vergessen oder fehlkalkulieren – z.B. genügend Platz für eine Treppe, die dich später von einer Etage in die andere bringt.

Genau aus diesem Grund lohnt es sich immer und überall im Leben, von Anfang an genau vor Augen zu haben, wie etwas am Ende aussehen soll. Je präziser und realistischer deine mentale Projektion ist, desto besser wird auch die Umsetzung.

Die Kraft dieser Visualisierung kann in alle möglichen Lebenslagen hineinstrahlen. Leistungssportler z.B. sind wahre Meister der Visualisierung. Jeder Hochspringer geht vor einem Sprungversuch alle Schritte bis zum Absprung an der Latte durch. Und Sprinter lassen kurz vor dem Startschuss wie in einem Film vor ihren Augen ablaufen, wie sie sich aus dem Startblock katapultieren und 100 Meter später als erster über die Ziellinie werfen.

Egal ob Zuhause oder im Job: Nimm dir Zeit, um zu visualisieren, was du erreichen willst. Denk an die Redewendung „besser zweimal fragen, als einmal irregehen“. Es ist unendlich viel produktiver, eine Tätigkeit sorgfältig vorzubereiten und sein Ziel klar im Blick zu haben, als hektisch und unüberlegt in die falsche Richtung zu stolpern. Denke für den Anfang z.B. an eines deiner nächsten Vorhaben und schreibe genau auf, welche Ergebnisse du dir erhoffst und welche Schritte dafür nötig sind.

Formuliere dein persönliches Mission-Statement und integriere es in dein Leben.

Machen wir ein kleines, etwas makabres Gedankenexperiment. Stell dir vor, es sind drei Jahre vergangen und du bist bedauerlicherweise vor Kurzem gestorben. Stell dir so bildlich wie möglich vor, wie wichtige Menschen aus deinem Leben – dein Partner, deine beste Freundin oder ein Lieblingskollege – eine Trauerrede auf dich halten. Was für Nachworte würdest du dir wünschen? Wie würdest du den Menschen gerne in Erinnerung bleiben? Was an dir soll ihnen im Gedächtnis bleiben?

Tragischerweise arbeiten unzählige Menschen Zeit ihres Lebens auf Ziele hin, die ihnen gar nicht wirklich am Herzen liegen. Sie halten nie inne, um sich klar zu machen, was sie eigentlich wollen. Oder anders gesagt: Sie verwechseln Effizienz mit Effektivität. Effizient bist du, wenn du so viel wie möglich in möglichst kurzer Zeit erledigst. Was allerdings völlig sinnlos ist, wenn du nicht weißt, aus welchem Grund du worauf hin arbeitest.

Das ist ein bisschen so, als würdest du so schnell du kannst eine riesige Leiter hochklettern, die an der falschen Wand steht. Du kommst voran, aber nirgends hin. Wenn du effektiv sein willst, musst du deine Leiter an die richtige Wand stellen. Du musst wissen, wohin du im Leben willst. Effektive Menschen trachten nicht einfach nur kopflos nach Geld oder Ruhm – sie konzentrieren sich auf das, was ihnen am Herzen liegt. Alles andere ist Zeitverschwendung. Wie aber findest du heraus, wohin deine Reise gehen soll?

Eine Möglichkeit besteht darin, dir die eingangs erwähnten Fragen zu deiner fiktiven Beerdigung zu stellen und die Antworten in dein ganz persönliches Mission-Statement zu überführen. Schreibe dir auf, was für eine Art Mensch du sein möchtest, was du in deinem Leben erreichen willst und auf welchen  grundlegenden Werten und Prinzipien diese Lebensziele basieren. Dieses Mission-Statement ist deine persönliche Verfassung. Dein individueller Industriestandard, an dem alles andere gemessen und bewertet wird. Der Lebenskompass, der dir Orientierung und Sicherheit gibt. Deine Chance, all deine Handlungen an deinem eigenen moralischen Norden auszurichten.

Ein solches Manifest kann Gedanken enthalten wie: „Mir sind meine Familie und meine Arbeit wichtig. Ich werde mir Mühe geben, meine Zeit so gut wie möglich zwischen beiden aufzuteilen. Ich wünsche mir eine gerechte Gesellschaft und werde mich dafür stark machen, dass meine Meinungen zu wichtigen politischen Entscheidungen Gehör finden. Ich werde pro-aktiv versuchen, meine Ziele im Leben zu erreichen, und mich nicht einfach von den Umständen herumkommandieren lassen.“

Natürlich kannst du ein derart gewichtiges Grundsatzpapier nicht über Nacht in die Tasten prügeln. Lass dir Zeit, um in dich zu gehen und feile solange an deinen Formulierungen, bis wirklich alles sitzt. Mach dir später auch immer wieder die Mühe, auf seine Aktualität zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Mache immer das Wichtigste zuerst.

Jetzt bleibt die Frage: Wie setzt du dein Mission-Statement pro-aktiv in die Realität um? Ganz einfach: Indem du es tagein, tagaus lebst. Das ist im Alltag mit all seinen Stolpersteinen und Verstrickungen natürlich nicht immer einfach. Daher brauchst du ein gutes Zeitmanagement.

Die schlechte Nachricht lautet: Nahezu alle Zeitmanagement-Techniken sind darauf ausgerichtet, die Effizienz zu steigern, nicht die Effektivität. Die gute Nachricht ist: Du brauchst eigentlich gar keine sonderlich komplizierten Techniken. Meistens reicht es schon, wenn du dich einfach an eine der ältesten und besten Weisheiten der Welt hältst: Das Wichtigste zuerst. Plane deine Tage und Wochen immer so, dass du dich um die wichtigen Dinge zuerst kümmern kannst. Alles andere kann warten und später erledigt oder delegiert werden.

Woher du weißt, welche Dinge die wichtigsten sind? Eine extrem effektive Technik besteht darin, all deine Aufgaben in eine Matrix mit 2×2 Feldern bzw. Quadranten einzutragen. Und zwar so:

  • Der erste Quadrant enthält Aufgaben, die wichtig und dringend sind, also kleinere und größere Krisen, die unbedingt sofort gelöst werden müssen.
  • Quadrant Zwei enthält Aufgaben, die wichtig, aber nicht dringend sind, wie z.B. das Verfassen deines Mission-Statements, den Aufbau wichtiger Beziehungen oder das Schmieden von Zukunftsplänen.
  • Im dritten Quadranten trägst du dringende, aber unwichtige Dinge ein, wie ein klingelndes Telefon, das dich aus deinem Konzentrationsfluss reißen würde.
  • Und Quadrant vier enthält Aufgaben, die weder wichtig noch dringend sind – und damit reine Zeit- und Energieverschwendung.

Von all diesen Quadranten ist der zweite der, auf den du dich am meisten konzentrieren musst. Alles, was dort steht, wird später den größten Einfluss auf dein Leben haben. Und du wirst sehen: Je stärker du dich um diese Aufgaben kümmerst, desto seltener brennt der Baum im ersten Quadranten.

Bedauerlicherweise haben die allermeisten Menschen kein Gefühl für die immense Bedeutung von Quadrant Zwei.

Fange für den Anfang am besten damit an, dir ganz bewusst eine typische Aktivität aus dem zweiten Quadranten herauszusuchen: eine Tätigkeit, die mit der richtigen Aufmerksamkeit und Pflege große Auswirkungen auf dein Leben haben wird, die du aber sträflich vernachlässigt hast. Nimm dir schriftlich vor, dich ihr ab sofort stärker zu widmen.

Denke und handle nach dem „Win-Win“-Prinzip.

Auf welche Art von Ergebnis bist du aus, wenn du mit anderen Menschen interagierst? Die Weltanschauung der meisten Menschen basiert auf einem starken „Win-Lose“-Paradigma. Sie sehen viele ihrer beruflichen und privaten Begegnungen als Wettbewerb, bei dem sie die andere Person im Kampf um das größere Stück vom Kuchen ausstechen müssen.

Das Verrückte daran ist, dass die meisten Situationen im Leben überhaupt kein Wettbewerb sein müssen. In der Regel ist immer so viel Kuchen da, dass keiner keinem den Schneid abkaufen müsste. Der größte Nachteil der „Win-Lose“-Mentalität ist nämlich, dass bei einem frontalen Zusammenstoß eigensinniger Absichten am Ende ein „Lose-Lose“-Szenario herauskommt. Beide Seiten verlieren und der Kuchen landet in der Hitze des Gefechts auf dem dreckigen Boden der Tatsachen.

Es kann sich keine langfristige, positive Beziehung zwischen zwei Parteien entwickeln, die ständig im Wettbewerb miteinander stehen. Nehmen wir z.B. an, du willst die Dienstleistung deines Arbeitgebers mit einer „Win-Lose“-Einstellung möglichst hochpreisig an einen Kunden verkaufen. Es mag dir am Ende vielleicht gelingen, etwas mehr Geld für dein Unternehmen herauszuschlagen, aber der Kunde wendet sich sicher schon beim nächsten Mal an einen anderen Dienstleister. Langfristig hast also auch du verloren.

Mit einer „Win-Win“-Mentalität hingegen kannst du viele nachhaltige und positive Beziehungen aufbauen. Jede Interaktion stärkt das gegenseitige Vertrauen, statt es hinterhältig auszuhöhlen. Wenn du besagtem Kunden z.B. einen Deal vorschlägst, der beiden Seiten gerecht wird, wird sich der Kunde fair behandelt fühlen, an eurer Geschäftsbeziehung festhalten und dir nachhaltige Profite bescheren.

Natürlich brauchst du Geduld und Fingerspitzengefühl, um für alle Seiten die beste Lösung zu finden. Doch die Belohnung sind nachhaltige, positive Vertrauensverhältnisse, von denen alle Seiten auf lange Sicht um ein Vielfaches mehr profitieren.

Auch hier gibt es eine nützliche Übung für Einsteiger: Denke an eine Beziehung, in der du gerne eine „Win-Win“-Mentalität etablieren möchtest. Versetze dich in dein Gegenüber hinein und notiere, was für ihn einen Gewinn darstellen könnte. Dann machst du dasselbe für dich. Jetzt bist du ideal vorbereitet, um gemeinsam mit deinem Partner auszuloten, was euch beide glücklich machen würde.

Der Aufbau stabiler Beziehungen ist wie eine emotionale Investition.

Deine Beziehungen zu anderen Menschen sind so etwas wie emotionale Kapitalanlagen: Je mehr Zeit, Mühe und Wohlwollen du und dein Gegenüber investiert, desto nachhaltiger wächst der Vertrauenssaldo eures Gefühlskontos. Eine gesunde, ausgeglichene Bilanz bedeutet, dass ihr beide Spielraum habt und Missverständnisse schnell aus dem Weg räumen könnt. Ein niedrigerer Kontostand hingegen lähmt euch in eurer emotionalen Flexibilität. Eure Beziehung ist wie ein Minenfeld, auf dem ihr aus Angst vor möglichen Detonationen jedes Wort sorgfältig prüfen müsst. Wie also sorgt ihr für ausreichend Liquidität?

Indem ihr auf euer Beziehungskonto einzahlt. Du kannst z.B. immer nach „Win-Win“-Lösungen Ausschau halten, möglichst alle deine Versprechen halten oder dem anderen ein einfühlsamer, aufmerksamer Zuhörer sein. Abbuchungen vom Konto entstehen z.B. durch sinnlose Scharmützel im Stile „Win-Lose“, nicht eingehaltene Versprechen und halbherziges Zuhören, wenn der andere vielleicht gerade etwas Wichtiges loswerden will.

Wenn du ein langfristig belastbares Beziehungskonto aufbauen willst, hast du mehrere Optionen für substanzielle Einzahlungen: Halte immer Wort, artikuliere klar und verständlich, was du vom anderen und eurem Verhältnis erwartest, und sei auch in den kleinsten Dingen großzügig und sensibel. Sei integer und diskret. Rede in Abwesenheit des anderen nicht schlecht über ihn und plaudere nichts aus, was er dir im Vertrauen erzählt hat. Das zeigt auch den Anwesenden, dass du respektvoll und vertrauenswürdig bist.

Eine der wertvollsten Einzahlungen auf euer emotionales Konto ist der Versuch, den anderen wirklich zu verstehen. Diese Anstrengung gibt dir die unbezahlbare Chance, herauszufinden, was dem anderen wichtig ist und was er sonst noch als wertvolle Einzahlung versteht.

Falls du doch einmal eine Abbuchung von eurem Konto vornimmst, fass dir ein Herz und raffe dich zu einer ehrlichen Entschuldigung auf. Das braucht eine Menge Rückgrat, aber du wirst sehen, dass die meisten Menschen bereitwillig vergeben, wenn jemand mit Reue zu seinen Fehlern steht.

Versuche immer erst zu verstehen, bevor du dich selbst verständlich machst.

Stell dir vor, du betrittst das Sprechzimmer deiner Hausärztin. Sie hört dir ein paar Sekunden lang mit halbem Ohr zu, unterbricht dich dann jäh mit einem verkrusteten „Ich habe genug gehört“ und drückt dir wirsch ein Rezept in die Hand. Oder stell dir vor, dein Optiker hält dir seine eigene Brille hin, ohne deine Sehstärke auszumessen. Er könne wunderbar damit sehen, also sollte sie bei dir genauso gut funktionieren. Du würdest vermutlich nicht sonderlich viel auf den Rat dieser beiden geben, oder?

So surreal und absurd die Beispiele klingen – wir verhalten uns im Alltag erschreckend häufig ganz genau so. Besonders in Gesprächen. Statt unseren Gesprächspartnern richtig zuzuhören, projizieren wir unsere eigenen Gefühle auf ihre Situationen und „verschreiben“ halbherzige Pauschallösungen für ernste, individuelle Probleme.

Natürlich kann mit einer solchen Art von Beistand kaum jemand etwas anfangen. Die meisten Menschen vertrauen erst auf den Ratschlag anderer Personen, wenn sie sich voll und ganz gesehen und verstanden fühlen. Wenn du als Zuhörer und Ratgeber respektiert werden möchtest, musst du dich im einfühlsamen Zuhören üben. Voraussetzung dafür ist ein Paradigmenwechsel von „Ich höre zu, damit ich am Ende meine Meinung loswerden kann“ zu „Ich höre zu, damit ich den anderen wirklich verstehe“. Versuche, dich in den emotionalen Bezugsrahmen der anderen Person hineinzudenken, um ihre Gedanken und Gefühle so gut wie möglich selbst nachempfinden zu können.

Kommunikationswissenschaftlern zufolge haben unsere tatsächlich ausgesprochenen Worte nur einen Anteil von mageren 10% an der Kommunikation mit anderen Menschen – der Rest sind 30% Töne und Geräusche und 60% Körpersprache. Es reicht also nicht, nur auf Worte zu achten, wenn du wirklich zuhören möchtest. Achte auf das Verhalten, das Gefühl und die Bedeutung hinter den Worten deines Gegenübers. Eine Trainingsübung könnte darin bestehen, ein Gespräch zu beobachten, ohne die Worte zu hören. Welche Emotionen kannst du sehen und spüren, und wie kommen sie durch Gestik und Mimik zum Ausdruck?

Auch für den Ausbau dieser Fähigkeit brauchst du Zeit, Mühe und Geduld. Und auch diese Investition wird auf lange Sicht reichlich belohnt. Du wirst sehen, dass Menschen sich dir gegenüber bereitwillig öffnen und dir ihrerseits mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn du lernst, ihnen ehrlich und aufmerksam zuzuhören.

Schaffe Synergien, indem du anderen mit Offenheit und Respekt begegnest.

All die bisher genannten Wege sind wie Stufen, die zur Spitze einer Pyramide führen. Ganz oben steht die Möglichkeit und Fähigkeit, Synergien zu schaffen. Synergie entsteht dann, wenn das Zusammenwirken aller Beteiligten Kräfte freisetzt, die dieselben Handlungen separat nicht bewirken könnten. Dann ist das Ganze mehr als die Summe aller Teile. Dann ist eins plus eins gleich drei oder gar mehr.

Wie du dieses Prinzip in deinen sozialen Interaktionen leben kannst? Erinnere dich daran, dass jeder von uns die Welt anders wahrnimmt. Wenn du diese Unterschiede als Potenzial erkennst, kannst du die Macht dieser Vielfalt anzapfen und echte Synergie entstehen lassen.

Synergieeffekte werden dann möglich, wenn Menschen einander wirklich zuhören, sich empathisch ineinander hineinversetzen und die Beiträge anderer als Basis begreifen, um gemeinsam etwas Großes zu schaffen. Sie stehen nicht im Wettbewerb miteinander, sondern kämpfen Seite an Seite für eine gemeinsame Sache.

Als der US-amerikanische Jurist David E. Lilienthal 1946 gebeten wurde, der nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Atomenergiekommission vorzustehen, stellte er kurzerhand eine Gruppe höchst einflussreicher und fähiger Leute zusammen. Er nahm bewusst in Kauf, dass jeder von ihnen seine ureigenen Ziele verfolgte, und setzte wochenlange Treffen an, damit sich die Gruppe kennenlernen konnte. Kritiker bezeichneten das Vorgehen als unverschämt ineffizient, aber mithilfe der Grundregeln des Miteinanders gelang es dem Team, eine offene, vertrauensvolle und synergetische Kommunikationskultur zu schaffen. Bei Meinungsverschiedenheiten schaffte es das Gremium, harte Konfrontationen diplomatisch zu umschiffen. Der aufrichtige Wille jedes Einzelnen, alle anderen zu verstehen, führte zu einer respektvollen, kreativen und äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit.

Der Weg hin zu einer Synergie-orientierten Weltsicht beginnt mit der Offenheit, all deine Begegnungen und Interaktionen mit anderen Menschen als Abenteuer zu begreifen. Du weißt, dass du den Verlauf dieses Abenteuers nie vorhersagen oder diktieren kannst, aber du bist offen für jede Art von Ergebnis. Das setzt großes Selbstvertrauen voraus, und die feste Überzeugung, dass die gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten etwas Besseres und Größeres bewirkt, als es ihre Mühen getrennt voneinander könnten. Auch wenn der Weg zum Ziel manchmal alles andere als gerade verläuft.

Mach doch einfach mal eine Liste mit Menschen, mit denen du nur schwer oder selten auf einen Nenner kommst. Denk mit all diesen Anregungen im Kopf nochmals über ihre typischen Standpunkte nach. Glaubst du, du kannst mit mehr Selbstvertrauen und Offenheit versuchen, Synergien zwischen euren Ansätzen und Beiträgen entstehen zu lassen?

Schärfe zwischendurch deine Sägeblätter, wenn du weiter sägen willst.

Stell dir einen Holzfäller vor, der ohne Unterlass Bäume fällt und dabei kein einziges Mal Pause macht, um seine Säge zu schärfen. Bald ist sein Werkzeug derart stumpf, dass es keinen einzigen Baumstamm mehr durchtrennen kann.

Dasselbe blüht dir, wenn du nicht hin und wieder innehältst, um auf dich Acht zu geben. Alle deine Erfolge auf dem Weg zu mehr Effektivität sind nur von kurzer Dauer, wenn du dich übernimmst und zu viel auf einmal willst. Wenn du langfristig effektiver leben, arbeiten und lieben willst, musst auch du regelmäßig deine Werkzeuge schärfen. Und zwar auf den folgenden vier Ebenen:

Halte dich physisch in Form, indem du dich regelmäßig körperlich betätigst, gesund ernährst und vor übermäßigem Stress schützt.

Auch deine spirituelle Gesundheit spielt eine wichtige Rolle für deine Fähigkeit, langfristig effektiv zu sein. Pflege sie, indem du meditierst, betest oder regelmäßig in dich gehst, um über deine Vorsätze und Werte nachzudenken.

Bleibe mental gesund, indem du statt zur Fernbedienung oder dem Laptop zu Büchern greifst und dir Zeit nimmst, um zu schreiben – egal ob es Briefe, Gedichte oder Tagebücher sind. Auch organisatorische und planerische Herausforderungen sind wertvolle Übungen, die deinen Verstand scharf und wach halten.

Viertens und letztens: Achte unbedingt auch auf deine soziale und emotionale Gesundheit, indem du ganz bewusst versuchst, die Gefühle und Gedanken anderer Menschen zu verstehen, positive Beziehungen aufzubauen und an Projekten zu arbeiten, die das Leben anderer Leute bereichern.

Plane ganz bewusst Ruhephasen ein, in denen du herunterfahren und deinen Akku aufladen kannst. Wir sagen immer wieder, dass wir einfach nicht die Zeit dafür finden. Doch ausreichend aufgefüllte Kraftreserven sind absolute Grundvoraussetzung für nachhaltige Effektivität im Leben und die Produktivität und den Wohlstand, den sie möglich macht.

Wende folgenden Trick an, um dir wirklich Zeit für das Schärfen deiner Sägeblätter zu nehmen: Schreibe zu jeder dieser vier Ebenen Aktivitäten auf, die deine Lebensgeister stärken. Nimm dir dann jede Woche fest eine Aktivität aus jeder Kategorie vor und bewerte hinterher selbstkritisch, wie konsequent und erfolgreich du warst. So kannst du Acht geben, dass du wirklich regelmäßig auf all diesen Ebenen an dir arbeitest.

ZUSAMMENFASSUNG

Wenn du langfristig effektiver leben willst, dann halte dich an folgende Prinzipien:

  • Sei pro-aktiv: Du hast die natürliche Fähigkeit, die Welt um dich herum aktiv zu beeinflussen. Also verschwende deine Zeit nicht damit, dich von äußeren Umständen herumkommandieren zu lassen. Fass dir ein Herz und übernimm Verantwortung für dein Leben!
  • Beginne alles im Leben mit einer klaren Zielvorstellung: Vergeude deine Zeit nicht damit, planlos irgendwelchen Aufgaben und Deadlines hinterherzurennen. Formuliere deine eigene Vision und richte alles in deinem Leben darauf aus, diesem großen Ziel näher zu kommen.
  • Erledige das Wichtigste zuerst: Konzentriere dich auf die Dinge, die wirklich wichtig sind – also die, die dich deiner Vision näherbringen. Lass dich nicht von Unwichtigem ablenken.
  • Entwickle eine Win-Win-Mentalität: Es geht im Leben oft darum, sich mit anderen Menschen zu einigen. Versuche nicht, dir das größte Stück vom Kuchen zu sichern, sondern eine Lösung zu finden, von der alle etwas haben. Du wirst sehen, dass du trotzdem nicht zu kurz kommst und dafür zuverlässige, vertrauensvolle Beziehungen aufbaust.
  • Versuche, erst zu verstehen, bevor du dich selbst verständigst: Wir tendieren dazu, die Probleme anderer Menschen mit schnell und dünn angerührten Lösungsmitteln wegwischen zu wollen. Das ist ein Fehler! Nimm dir stattdessen die Zeit, wirklich aufmerksam zuzuhören und erst dann reflektierte Ratschläge zu geben.
  • Schaffe Synergien: Vertraue darauf, dass du zusammen mit anderen mehr erreichen kannst als alleine. Mache diesen Gedanken zu einem deiner grundlegenden Prinzipien. So wirst du Ziele angehen können, die du alleine nicht erreicht hättest.
  • Lade deinen Akku auf: Pass auf deinen Energiehaushalt auf. Eigne dir einen nachhaltigen Lebensstil an, der dir Zeit für Ruhe und Erholung gibt, damit du auch in Zukunft genug Power hast, um effektiv zu leben.
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WARUM DIE SOZIALE INTELLIGENZ FÜR DIE FÜHRUNG SO ERHEBLICH VON BEDEUTUNG IST

Neue Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen, wie Führungskräfte die Stimmung im Team und damit auch dessen Leistung verbessern können: Indem sie lernen, die biologischen Gesetze der Empathie zu nutzen.

Die biologischen Grundlagen:

Sogenannte Spiegelneuronen in unserem Gehirn bringen uns dazu, unbewusst die Emotionen und Handlungen unseres Gegenübers aufzugreifen und zu imitieren. Gut vernetzte Spindelzellen helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen und entsprechend zu handeln – ein Erfahrungswert, den wir als Intuition bezeichnen. Oszillatoren steuern unsere Körpersprache so, dass wir uns mit anderen Menschen synchron bewegen.

Das Geheimnis guter Führung:

Vorbildliche Führungskräfte zeichnen sich vor allem durch ihre Fähigkeit aus, gute soziale Beziehungen zu ihren Mitmenschen aufzubauen. Denn positiv gestimmte Mitarbeiter bringen deutlich bessere Leistungen als nervöse oder ängstliche.

Die gute Nachricht für alle Einzelgänger: Soziale Intelligenz ist nicht in den Genen verankert, sondern lässt sich mithilfe eines guten Coachs oder Mentors auch noch im fortgeschrittenen Alter erlernen.

Vorgesetzte, die negatives Feedback mit einem Lächeln überbringen, haben zufriedenere Mitarbeiter als solche, die mit kritischer Miene Lob verteilen.

Wir sind keine bloßen Sklaven unserer Gene und frühkindlichen Erlebnisse. Jede Führungskraft kann ihr Verhalten verändern, wenn sie sich wirklich bemüht.

Sind Sie eine sozial intelligente Führungskraft?

 Hier finden Sie sieben Kompetenzen und einige Fragen mit denen wir sie beurteilen.

Einfühlungsvermögen

  • Wissen Sie, was Ihre Mitmenschen motiviert, auch wenn diese aus einem anderen Umfeld stammen als Sie selbst?
  • Haben Sie ein Gespür für die Bedürfnisse anderer Menschen?

Einklang

  • Hören Sie anderen Menschen aufmerksam zu und machen Sie sich Gedanken über ihre Gefühle?
  • Haben Sie einen guten Instinkt für die Stimmungen Ihrer Mitmenschen?

Unternehmensbewusstsein

  • Haben Sie ein Gespür für die Kultur und die Wertvorstellungen einer Abteilung oder eines Unternehmens?
  • Durchschauen Sie soziale Netzwerke, und kennen Sie deren unausgesprochene Normen?

Einfluss

  • Überzeugen Sie andere Menschen, indem Sie sie in eine Diskussion verwickeln und an ihr Eigeninteresse appellieren?
  • Holen Sie sich Unterstützung von wichtigen Leuten?

Mitarbeiterentwicklung

  • Verstehen Sie sich als mitfühlender Coach Ihrer Mitarbeiter, und investieren Sie Ihre persönliche Zeit und Energie in dieses Mentoring?
  • Geben Sie anderen Leuten Feedback, das diesen bei ihrer beruflichen Entwicklung weiterhilft?

Inspiration

  • Können Sie überzeugende Visionen formulieren, Ihrer Abteilung Stolz auf die eigene Gruppe vermitteln und ein positives emotionales Klima fördern?
  • Führen Sie Ihre Mitarbeiter, indem Sie das Beste aus ihnen herausholen?

Teamarbeit

  • Bitten Sie sämtliche Mitglieder Ihres Teams um Input?
  • Unterstützen Sie alle diese Teammitglieder und ermutigen Sie sie zur Zusammenarbeit?

 

Fazit

Knallharte Chefs mögen es für finanziell unverantwortlich und für ein Zeichen von Schwäche halten, sich mit solchen Theorien zu befassen, da der Erfolg in ihrer Welt letztendlich nur an Zahlen gemessen wird. Doch heutzutage gibt es neue Untersuchungsmethoden, mit denen sich die Entwicklung eines Menschen wissenschaftlich messen lässt – und diese bestätigen die alten Theorien, sodass sich ein direkter Zusammenhang zur Mitarbeiterperformance herstellen lässt. Daher sieht es inzwischen ganz so aus, als ob die sogenannte weiche Seite des Managements auf ziemlich harten Fakten beruht.