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Die 5. und 6. Säule sind ein zielgerichteter Lebensstil und persönliche Integrität

Zu einem guten Selbstwertgefühl gehört außerdem, dass wir uns über unsere Ziele im Klaren sind, und diese auch aktiv verfolgen. Wer keine Ziele hat oder nur darüber spricht, was er gerne erreichen will, kann sich kein gesundes Ego aufbauen.

Um unsere eigenen Ziele zu bestimmen, hilft es schon weiter, wenn wir sie einfach einmal laut aussprechen oder sie aufschreiben. Viele Menschen träumen davon, berühmt oder in einem bestimmten Bereich erfolgreich zu sein. Martin, ein Klient, wollte z.B. immer ein erfolgreicher Schriftsteller werden. Doch er unternahm keine konkreten Schritte, um diesem Ziel näher zu kommen. In seiner Vorstellung war ein erfolgreicher Schriftsteller einfach ein Genie, das von einer Muse geküsst wurde und dann wie von allein tausende brillante Seiten zu Papier brachte. Also saß er herum, spulte seinen Alltag herunter und wartete auf den einen genialen Einfall – vergeblich.

Für unser Selbstwertgefühl ist es eine große Bürde, wenn wir unsere Ziele nicht verfolgen. Martin hätte einen Workshop für kreatives Schreiben besuchen können, oder einfach mit einem kleinen Gedicht oder einer Kurzgeschichte anfangen können. So hätte er gemerkt, dass das Schreiben auch eine Art Handwerk ist, das einen Lernprozess erfordert. Dieses zielgerichtete Handeln hätte sein Selbstwertgefühl gestärkt und ihn seinem Traum näher gebracht.

Die sechste und letzte Säule des Selbstwertgefühls ist die persönliche Integrität. Ziele zu haben und über sie zu sprechen ist nur die halbe Miete: Wir müssen unseren Worten auch Taten folgen lassen. Ein gesundes Selbstbild ist geschlossen und hat keine großen Risse. Daher sollten wir alle üben, die Wahrheit zu sagen, mit unserer Meinung nicht hinter dem Berg zu halten und unsere Ideen und Träume in die Tat umzusetzen. Das ist nicht immer leicht und vermutlich werden wir uns damit auch nicht nur Freunde machen. Unser Selbstwertgefühl aber wird es ungemein stärken.

Zusammengenommen bieten die sechs Säulen des Selbstwertgefühls, nämlich ein bewusstes Leben, Selbstakzeptanz, Selbstverantwortung, Selbstbewusstsein, zielgerichteter Lebensstil und persönliche Integrität, ein stabiles Fundament, das nur schwer zum Wanken zu bringen ist.

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Die 4. Säule ist Selbstbewusstsein

Die vierte Säule des Selbstwertgefühls bildet unser Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein bedeutet, zu wissen, dass wir ein Recht darauf haben, zu existieren und wir selbst zu sein.

Ein Persönlichkeitscoach hat dazu merkwürdige Beobachtung gemacht. Er fragte eine Klasse von Psychologiestudenten, ob sie meinen, dass sie das Recht hätten, zu existieren. Alle bejahten die Frage. Doch als er die Studenten bat, den Satz „Ich habe ein Recht, zu existieren“ laut auszusprechen, war niemand in der Lage, zuversichtlich und ruhig zu sprechen. Alle hatten eine gewisse Spannung in der Stimme, als ob sie mit der Aussage eine Kampfansage machen wollten.

Der Grund dafür ist vermutlich, dass wir alle insgeheim Angst davor haben, dass uns jemand widersprechen könnte. Sobald wir uns selbst ausdrücken, bieten wir eine Angriffsfläche. Um diese Angst zu besiegen, müssen wir lernen, selbstbewusst zu sein – dazu zu stehen, wer und wie wir sind. Wir müssen unsere eigenen Ideen und Gefühle anerkennen und für sie einstehen. Sobald wir uns für unsere Gefühle schämen, schaden wir damit unserem Selbstbewusstsein.

Es ist nicht immer leicht, zu unseren Gefühlen zu stehen. Ich hatte z.B. einen Klienten, der im Kino einen Film gesehen hatte, der ihn emotional sehr berührte. Kurz danach traf er einen Freund auf der Straße. Als dieser ihn nach dem Film fragte, gab der Klient vor, ihn furchtbar langweilig gefunden zu haben. Denn er hatte Angst, als Softie abgestempelt zu werden, wenn er erzählen würde, dass ihn der Film ganz schön mitgenommen hatte. Ohne es unmittelbar zu bemerken, hatte er dadurch, dass er ein möglichst toughes Bild von sich selbst vermitteln wollte, seinem Selbstbewusstsein geschädigt.

Als selbstbewusste Menschen schämen wir uns nicht für unsere Gefühle. Wenn wir stattdessen anfangen, zu ihnen zu stehen, bilden wir dadurch die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl.

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Die 2. und 3. Säule sind Selbstakzeptanz und Selbstverantwortung

Selbstakzeptanz und Selbstverantwortung sind ziemlich eng miteinander verbandelt und werden oft mit Selbstbewusstsein verwechselt. Aber es gibt da einen großen Unterschied: Denn Selbstbewusstsein ist etwas, das wir haben oder erfahren – und Selbstakzeptanz und Selbstverantwortung sind Dinge, die wir aktiv übernehmen. Sie sind die zweite und dritte Säule des Selbstwertgefühls.

Bei der Selbstakzeptanz geht es vor allem darum, uns selbst wertzuschätzen, uns zu mögen und fair mit uns selbst zu sein. Eigentlich sollten wir mit uns selbst umgehen wie mit unserem besten Freund. Lauschen wir jedoch einmal unserem inneren Monolog, werden wir feststellen, dass wir uns selbst gegenüber häufig ziemlich respektlos sind: „Du Idiot, du hast es schon wieder falsch gemacht!“ ist z.B. eine typische Beleidigung, mit der wir uns häufig gegen uns selbst wenden. Dabei sollten wir uns selbst besser behandeln und verständnisvoller zu uns sein: „Hey, was ist los? Warum ist dir das gerade passiert? Bist du mit etwas unzufrieden? Wie können wir etwas daran ändern?“

Viele Menschen haben ein Problem mit Selbstakzeptanz, weil sie denken, sie stehe der persönlichen Verbesserung im Weg. Aber das stimmt nicht – wir dürfen Selbstakzeptanz nicht mit Selbstverliebtheit verwechseln. Hier geht es nur darum, uns selbst vollkommen okay zu finden. Dazu müssen wir uns nicht gleich ins Zentrum des Universums rücken.

Die dritte Säule ist die Selbstverantwortung, die in einem engen Zusammenhang mit der Selbstakzeptanz steht. Sie bedeutet, dass wir Verantwortung für unser eigenes Glück übernehmen. Sobald wir uns selbst akzeptieren, können wir auch dafür sorgen, dass wir glücklich sind. Dazu müssen wir nur mehr Verantwortung für unser Leben übernehmen und uns bei jedem Problem fragen, wie wir es am besten lösen können. Wenn wir selbstverantwortlich handeln, weisen wir damit eventuelles Selbstmitleid, das oft zum großen Problem wird, in seine Schranken. Wir beginnen, die Sachen selbst in die Hand zu nehmen, statt uns dafür zu bemitleiden, was uns nun schon wieder geschehen ist. Schritt für Schritt wird unser persönliches Glück greifbarer werden.

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Die 1. Säule des Selbstwertgefühls ist ein bewusstes Leben

Wir haben gesehen, wie wichtig das Selbstwertgefühl für ein erfolgreiches und zufriedenes Leben ist. Was können wir also tun, um selbstbewusster zu werden? Im Grunde beruht unser Selbstwertgefühl auf sechs Säulen. Wenn wir jede einzelne verstehen und versuchen, sie fest in unserem Leben zu installieren, wird sich das entsprechende Selbstwertgefühl bald fast wie von alleine einstellen.

Die erste Säule, an der wir arbeiten sollten, ist ein bewusstes Leben: Wir müssen lernen, zu durchschauen, dass unser fehlendes Selbstbewusstsein uns oft etwas vorspielt. An einem Beispiel wird das ganz deutlich: „Ich sehe, dass du mich böse ansiehst – also denke ich, dass du böse auf mich bist – also fühle ich mich verletzt.“ Ein Mensch mit einem starken Selbstwertgefühl würde diese Wahrnehmung der Realität ganz anders interpretieren. Seine Gedankenkette wäre vielleicht: „Ich sehe, dass du mich böse ansiehst – ich denke, du bist wütend auf dich selbst – ich fühle, dass ich dir gerne helfen möchte.“

Sobald wir lernen, unsere eigenen Interpretationen und Gefühle mit etwas mehr Abstand zu betrachten, werden wir merken, dass wir eigentlich gar nicht so viel negatives Feedback bekommen, wie wir immer denken. Dazu gibt es ein paar ganz einfache Übungen. Wenn wir das nächste Mal verletzt sind, sollten wir uns etwa ganz bewusst fragen, was wirklich passiert ist und welcher Teil der Geschichte nur von unseren Interpretationen abhängt. Am besten wir gewöhnen uns daran, unsere Gefühle generell öfter zu hinterfragen: Warum fühle ich so? Bin ich damit wirklich im Recht? Oder mache ich mir gerade selber das Leben schwer? In vielen Fällen werden wir am Ende schnell wieder lachen können – auch über uns selbst.

So wird mit ein wenig Übung schon ein großer Teil der negativen Emotionen, die unser Selbstbewusstsein klein halten, einfach aus dem Weg geräumt. Wir entwickeln nach und nach eine neue Mentalität, mit der wir unser Inneres immer besser verstehen und Tatsachen von unseren eigenen Interpretationen zu unterscheiden lernen.

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Selbstwertgefühl bedeutet, unser Recht aufs Glücklichsein einzufordern

Haben oder nicht haben: Unser Selbstwertgefühl beeinflusst in hohem Maße, wie erfolgreich und zufrieden wir mit unserem Leben sind – ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Wenn wir einen genaueren Blick auf unser Selbstbild werfen, können wir eigentlich nur gewinnen. Denn es hat sich herausgestellt, dass es gar nicht so kompliziert ist, sein eigenes Selbstbild auch selbst zu stärken und aufzubauen.

Um das angehen zu können, müssen wir uns aber zunächst fragen: Was genau ist Selbstwertgefühl eigentlich?

Wenn wir alle Aspekte dieses Gefühls bis zu ihren Wurzeln zurückverfolgen, kommen wir recht schnell auf eine einfache Antwort: Selbstwertgefühl bedeutet, zu wissen, dass wir ein Recht darauf haben, glücklich zu sein, und jenes Glück auch einzufordern. Es bedeutet, dass wir unsere Bedürfnisse und unsere Fehler anerkennen, uns selbst respektieren und diesen Respekt auch von anderen verlangen. Dementsprechend bedeutet es auch, dass wir uns nicht herumschubsen und ausbeuten lassen.

Ein anderer Coach hatte z.B. eine Klientin, die sich stets in verheiratete Männer verliebte, obwohl diese sich offensichtlich nicht besonders viel aus ihr machten. Es stellte sich heraus, dass der Grund dafür vermutlich in ihrer Familiengeschichte lag: Ihr Vater hatte die Familie verlassen, als sie noch ein Kind war. Offensichtlich überfordert mit der Trennung hatte die Mutter der kleinen Tochter die Schuld dafür gegeben – und ihr dies auch immer wieder explizit deutlich gemacht. Die Klientin hatte also von klein auf gelernt, dass etwas mit ihr nicht stimme, dass sie kein Anrecht auf Liebe habe und es nicht verdiene, glücklich zu sein. So konnte sie nie ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln. Stattdessen identifizierte sie sich mit den Schuldzuweisungen, die ihr letztlich auch den Zugang zu glücklichen Liebesbeziehungen als Erwachsene blockierten.

Wenn wir uns bewusst machen, dass wir das Recht haben, glücklich zu sein, gehen wir die Herausforderungen des Lebens auch viel zuversichtlicher an. Wir haben es schließlich verdient, Probleme zu meistern und am Ende erfolgreich und zufrieden zu sein. Dementsprechend haben Psychologen herausgefunden, dass Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl sich auch von größeren Herausforderungen nicht so leicht abschrecken lassen, während weniger selbstbewusste Personen schneller das Handtuch werfen: Denn die selbsternannten Versager wussten ja von vornherein, dass sie das Ziel eh nicht erreichen würden.

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Mitarbeiterorientierte Unternehmen machen Angestellte glücklich und sind leistungsfähiger als die Konkurrenz

Welche Prioritäten musst du als respektierte Führungskraft nun setzen, damit am Ende alle Interessengruppen profitieren? Fang am besten damit an, indem du statt Kursgewinn und Shareholder-Value wieder die Mitarbeiter in den Mittelpunkt rückst.

Derzeit setzen kapitalmarktorientierte Unternehmen den Shareholder-Value in den Vordergrund: Jedwede Unternehmensaktivität soll den Gewinn der Firma, den Wert der Anteile und damit das Vermögen der Anteilseigner steigern. Das führt in der Regel zur Durchsetzung von Maßnahmen, von denen einzig und allein die Geldgeber profitieren, nicht aber die anderen Interessengruppen, wie z.B. Mitarbeiter. Ein häufiges Beispiel hierfür sind „Rationalisierungsmaßnahmen“: Mitarbeiter entlassen, Kosten einsparen, mehr Gewinn einfahren.

Idealerweise sollten das Unternehmen und seine Führungskräfte diejenigen Maßnahmen priorisieren, die möglichst allen Beteiligten in der folgenden Reihenfolge zugutekommen: Mitarbeitern, Kunden, dem Unternehmen als Ganzes und der Gesellschaft. So entsteht ein Kreislauf, der alle Beteiligten zufriedenstellt – der We-care-Value.

Gute und zufriedene Mitarbeiter sorgen für gute Produkte und Dienstleistungen, die wiederum die Kunden glücklich machen. Diese bescheren dem Unternehmen mit höherem Konsum oder ihrer Treue mehr Umsatz und Gewinn. Das Unternehmen kann seine Produkte weiter verbessern, mehr Mitarbeiter einstellen und so einen gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten.

Um diesen Wertschöpfungskreislauf in Gang zu setzen, musst du dir und deinem Team erreichbare Ziele setzen. Definiere einen Zustand, den ihr gemeinsam erreichen wollt, und formuliere die Vision, die ihr langfristig realisieren wollt. Ein mittelfristiges Ziel ist die Zufriedenheit und Qualifikation deiner Mitarbeiter. Frage sie monatlich nach ihrem Befinden und gib ihnen bei dieser Gelegenheit Rückmeldung zu ihrer persönlichen Entwicklung. Gehe auf ihre Bedürfnisse ein und fördere im Stil eines We-care-Leaders ihre Stärken. Du wirst sehen, dass diese Mitarbeiterorientierung der Schlüssel zum Erfolg ist.

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Egal ob Team, Abteilung oder ganzes Unternehmen – führe mit einer klaren Vision

Das Konzept der Vision mag für manch konservativen Vorständler noch immer den Anklang des Träumens und Wunschdenkens haben. Gemeint ist damit ein übergeordnetes Ziel, auf das alle Mitglieder deines Teams gemeinsam hinarbeiten. Eine Unternehmensvision formuliert kurz und knackig, wohin ihr gelangen könnt, wenn alle erfolgreich an einem Strang ziehen.

Die Beschreibung eines solchen Soll-Zustands ist wertvoll, weil sie der täglichen Arbeit einen höheren Sinn gibt. Solange dieser Sinn realistisch und erstrebenswert ist, können sich alle Beteiligten mit der Arbeit und dem Unternehmen identifizieren. Das motiviert, schweißt zusammen und erhöht die Produktivität.

Die Vision ist Kurs und Kompass eures Strebens. In schwierigen Situationen orientiert ihr euch an diesem Ziel und trefft die Entscheidungen, die der gemeinsamen Vision am besten dienen. Wikipedia hatte für sich z.B. folgende Vision festgeschrieben: „Stell dir eine Welt vor, in der jeder einzelne Mensch freien Anteil an der Gesamtheit des Wissens hat. Das ist unser Ziel.“ Heute ist die Online-Enzyklopädie quasi das digitale Archiv des weltweiten Allgemeinwissens und noch immer gratis verfügbar. Ein unglückliches Negativbeispiel wäre eine Vision wie „In den nächsten drei Jahren ein Wachstum von 20% erreichen“, die sich nur an materiellen Werten orientiert und weder Nutzen noch Sinn stiftet.

Eine wirklich erfolgreiche Vision entwickelst du mithilfe der Leitfragen von Robert Steven Kaplan. Kaplan ist Präsident und CEO der Federal Reserve Bank of Dallas und Autor zahlreicher Wirtschaftsbestseller, in denen er sich mit einem Leadership-Prinzip befasst, das im richtigen Moment die richtigen Fragen stellt. Ausgehend davon können Leitfragen zur Formulierung deiner Unternehmensvision u.a. sein: Warum arbeitest du genau in diesem Unternehmen? Warum nicht woanders? Welche einzigartigen Qualitäten und Kompetenzen deiner Firma halten dich hier?

Visionen werden allerdings nicht zwangsläufig nur auf Unternehmensebene entwickelt. Du kannst z.B. auch für deine Abteilung oder dein Team übergeordnete Ziele entwickeln, an denen ihr euch gemeinsam orientiert. Auf der Abteilungsebene stellt eine gute Vision z.B. den kontinuierlichen Lernfortschritt und gegenseitige Wertschätzung in den Vordergrund. Mit Kaplans Leitfragen wirst du also zu einem echten Visionär, der der Zusammenarbeit einen höheren Sinn gibt.

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Fördere die Stärken und den Teamspirit deiner Mitarbeiter

„Da müssen Sie noch an sich arbeiten“ lautet ein typischer Satz, mit dem Vorgesetzte und Personaler alter Schule ihre Mitarbeiter fördern und motivieren wollen. Dabei förderst du die Menschen in deinem Team am besten, wenn du dich statt auf ihre vermeintlichen Schwächen auf ihre Stärken konzentrierst.

Viele Manager wollen heute immer noch mit aller Macht die Schwächen ihrer Mitarbeiter ausmerzen, um sie leistungsfähiger zu machen. Dabei geht es oft um Eigenschaften, die in ihrem Wesen verankert sind und sich daher in Wirklichkeit nur sehr bedingt verändern lassen. Eine von Natur aus introvertierte Person z.B. durch viele Meetings und Seminare zu mehr Teamfähigkeit erziehen zu wollen, wird auf Dauer nicht funktionieren. Sinnvoller wäre es, diese Person in einem Bereich einzusetzen, in dem sie eigenständig arbeiten und ihre wahren Stärken nutzen kann.

Wenn du deine Mitarbeiter wirklich zu Höchstleistungen motivieren willst, musst du dich also auf ihre Stärken konzentrieren. Die verteilen sich in der Regel auf drei Bereiche: Talent, Wissen und Können. Zwei davon – Wissen und Können – können durch gezielte Maßnahmen beeinflusst werden. Nimm dir Zeit, um deine Angestellten zu beobachten und ihr Verhalten in Ruhe zu analysieren, denn Stärken sind meist weniger offensichtlich als Schwächen. Hast du eine Stärke ausgemacht, dann fördere sie durch Workshops, Übungen oder besonders herausfordernde Aufgaben.

Stell dir dein Team wie eine Fußballmannschaft vor, in der alle genau auf der Position eingesetzt werden, auf der sie ihre Stärken am besten für das Kollektiv einbringen können. Mit deinem Torwart würdest du logischerweise Stärken wie das Springen und Parieren trainieren, statt Schwächen wie z.B. das Elfmeterschießen.

Jeder einzelne Mitarbeiter trägt seinen Teil zur kollektiven Leistungsfähigkeit des Teams bei. Ein wichtiger Teil deiner Arbeit als Teamleader ist daher wie beim Fußball die Einstellung neuer, frischer Talente. Achte bei der Auswahl auf Energie, Intelligenz und besonders auf Integrität. Wenn Bewerber nicht integer sind, können sie mit ihrer Energie und Intelligenz nämlich innerhalb des Teams großen Schaden anrichten.

Mit der richtigen Art der Förderung baust du langfristig ein Team auf, in dem sich die Stärken der Individuen gewinnbringend ergänzen.

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Hilf deinen Mitarbeitern durch Empowerment ihr volles Potenzial zu entfalten

Du weißt nun, dass du sensibel mit den Gefühlen deiner Mitarbeiter umgehen musst. Wie bringst du sie im nächsten Schritt dazu, ihr Bestes zu geben und herausragende Leistungen zu erbringen?

Die Antwort lautet: Empowerment. Empowerment bedeutet, dass du deinen Mitarbeitern so viel Verantwortung und Selbstbestimmung wie möglich überträgst und sie so zu selbständigen Entscheidungsträgern erziehst. Die beste Lösung für ihre Probleme können sie nämlich in den meisten Fällen selbst erarbeiten. Mach ihnen klar, dass du ihnen diese Verantwortung nicht aus Faulheit, sondern in ihrem eigenen Interesse übergibst. Sie werden mit ihren Herausforderungen wachsen, immer mehr Autonomie entwickeln und sich mit der Zeit für größere Aufgaben und höhere Positionen qualifizieren. Dieser Prozess wird auch learning on the job genannt.

Wie viel du deinen Mitarbeitern zutrauen kannst, entscheidest du anhand von drei Kriterien: ihrer fachlichen Kompetenz, ihrer charakterlichen Reife und ihrer Vorerfahrung mit Empowerment. Je mehr eine Person diesen Kriterien gerecht wird, desto mehr kannst du ihr zutrauen.

Empowerment ist deshalb so effektiv, weil Menschen grundsätzlich motiviert sind, zu arbeiten und produktiv zu sein. Viele Führungskräfte unterstellen ihren Mitarbeitern einen chronischen Hang zur Faulheit. Der ungarische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi fand jedoch in seinen Untersuchungen zu Glück und Produktivität heraus, dass es Menschen als extrem befriedigend empfinden, beim Arbeiten in einen Flow zu kommen. Der Flow-Zustand meint das tunnelartige Versinken in totaler Konzentration, bei dem nichts außer der Aufgabe im Fokus steht und die Zeit oft wie im Fluge vergeht.

Teil des Empowerments ist auch regelmäßiges, professionelles Feedback und ein differenzierter Umgang mit Fehlern. Beanstande und unterbinde Fehler, die durch Faulheit und fahrlässiges Verhalten entstehen. Wenn jemand zwar am Ende falsch liegt, zuvor aber intelligent und nachvollziehbar gedacht und gehandelt hat, ist Trost und Lob angebracht statt Tadel.

Langfristig hilfst du deinen Mitarbeitern so, ihr volles Potenzial zu entfalten, und schaffst dir ganz nebenbei zusätzliche Freiräume für deine eigenen Aufgaben.

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Nicht Stärke, sondern Warmherzigkeit entscheidet, ob dich deine Mitarbeiter respektieren

Die US-amerikanische Sozialpsychologin Amy Cuddy fand bei ihren Studien mit Führungspersonen heraus, dass allein eine Kombination aus Stärke und Warmherzigkeit dazu führt, dass Mitarbeiter ihre Vorgesetzten respektieren und aktiv unterstützen. Doch wie findest du diese Balance?

Stärke demonstrierst du am besten durch fachliche Kompetenz. Natürlich kannst du deinen Mitarbeitern jederzeit autoritär deine Meinung aufzwingen. Wahre Stärke sieht allerdings anders aus. Überzeuge andere, indem du ihnen mit Intelligenz, Ruhe und Erfahrung die richtigen Anweisungen gibst und ihnen den Weg zum gemeinsamen Erfolg zeigst.

Warmherzigkeit, die zweite Komponente der besonderen Melange, hat mit hoher emotionaler Intelligenz zu tun. Viele klassische Manager orientieren sich wie zuvor erwähnt an einem überholten Stereotyp zielstrebiger und sachlich-kühler Vorgesetzter. Ihr Umgang mit Mitarbeitern ist daher oft aufgesetzt und unnahbar. Verhindern kannst du diese unnötige Distanz durch emotionale Intelligenz, die auf der Sensibilität für deine eigenen Gefühle aufbaut.

Diese Fähigkeit kannst du mit einer einfachen Frage testen: Kannst du, wenn es dir schlecht geht, das Gefühl für dein Unwohlsein einordnen und benennen? Besonders Männer können oft nicht zwischen konkreten Empfindungen wie Trauer, Angst oder Ärger unterscheiden. Versuche, öfter innezuhalten, in dich hineinzuhorchen und deinen Emotionen nachzuspüren. Nur wer weiß, wie er sich selbst fühlt, kann auf die Emotionen anderer eingehen.

Emotionale Intelligenz bedeutet nämlich, sowohl mit den eigenen als auch mit den Gefühlen anderer sensibel umgehen zu können. Emotionen sind unsere stärkste Energiequelle. Versuche, dich in schwierigen Situationen nicht über deine Mitarbeiter aufzuregen und so den Frust zu verstärken, sondern reagiere so verständnisvoll und lösungsorientiert wie möglich. So lenkst du eurer aller Energie in die richtige Richtung. Statt einen Mitarbeiter z.B. nach einer verkorksten Präsentation runterzuputzen, solltest du ihm Hilfestellung dazu geben, wie er es beim nächsten Anlauf besser machen kann.