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Wie verhindern wir, dass Angst uns lähmt?

ANGST

Die Zahl stammt aus dem letzten Jahr. Damals machten sich laut einer Langzeitstudie die Deutschen so wenig Sorgen wie noch nie. In Zeiten von Corona dürften sich die Zahlen dramatisch verändern. Aber wie geht man um mit Angst? Und was sagt man Menschen, die Angst haben? Oder ist ein gewisses Maß an Angst nicht sogar sinnvoll?

Es gibt unterschiedliche Formen des Gefühls. Sinnvoll ist die Unterscheidung zwischen Furcht und Angst. Beides fühlt sich ähnlich an und dürfte auch mit den gleichen körperlichen Reaktionen einhergehen, aber von Furcht spricht man, wenn es eine konkrete Bedrohung gibt.

Wer nicht in der Lage ist Angst zu empfinden, der läuft bei drohender Gefahr nicht weg und wird vernichtet. Diese Form der Angst ist demnach überlebenswichtig, dabei wird der Körper mit der notwendigen Energie versorgt, die uns hilft, uns zu verteidigen oder um unser Leben zu rennen. Dumm nur, wenn wir, was in der heutigen Zeit viel häufiger vorkommt, eigentlich bei einer existenziellen Bedrohung einen kühlen Kopf bewahren müssen.

Aber auch dann hat die Furcht einen Sinn: Sie warnt uns, lässt uns aktiv werden und handeln. Problematisch aber wird es, wenn die Bedrohung diffus ist. Wenn Signale aus der Umgebung uns in Angst versetzen, wir die konkrete Bedrohung gar nicht ausmachen können. Hier sprechen die Experten von Angst statt von Furcht, diese Angst lässt uns erstarren und lähmt uns. Weil wir gar nicht wissen, gegen was wir uns wehren können.

So etwas kann viele Ursachen haben. Meist stammt sie aus früheren Erfahrungen, Signale aus der Umgebung erinnern uns unbewusst an schlimme Erfahrungen und aktivieren die diffuse Angst.
Während der Fünfjährige in uns diese Angst verspürt, versucht der Erwachsene, „auf Biegen und Brechen eine Erklärung zu finden, warum er sich so panisch fühlt“.
Was dabei herauskommt, sieht man an den aktuellen Verschwörungstheorien sehr deutlich. Statt sich zu fragen, woher wohl diese Sorgen kommen, fangen Menschen an, alle möglichen rationalen oder irrationalen Erklärungen zu finden, um sich selbst erklären zu können, warum sie dieses beklemmende Gefühl erspüren. Es scheint dann manchmal einfacher zu sein, geheime Mächte verantwortlich zu machen, als herauszufinden, woher wohl diese Ängste rühren und wie man mit seinen Sorgen und Grübeleien anders umgehen kann. Was mitunter dann auch ziemlich schmerzhaft sein kann.

Guter Rat

Menschen, die Angst haben, suchen in diesem Angstzustand häufiger Kontakt zu anderen Menschen und bitten um Rat (auch die Veröffentlichung von Verschwörungstheorien ist ja im Grunde nichts anderes als der Versuch, Kontakt aufzunehmen).
Aber nicht jeder Rat ist geeignet, die Angst zu beseitigen. Man sollte sich also gut überlegen, an wen man sich wendet, zumal unter Angst die Urteilsfähigkeit, „zwischen gutem und schlechtem Rat zu unterscheiden“, leidet.
Wie aber gibt man einen guten Rat?
„Bitte nicht diskutieren, … keine Durchhalteparolen, keine Beschwichtigungen, keine Hoffnungsreden, keine Appelle an die Vernunft, keine Vergleiche mit Menschen, denen es schlechter geht.“
All das wendet sich nämlich an den „Erwachsenen“ und verstärkt die Angst des Fünfjährigen in uns noch.

Was dem Fünfjährigen hilft ist Zuwendung. Er braucht jemandem, der ihm signalisiert, dass er für ihn da ist. Der glaubhaft macht, spüren zu können, wie ihm zumute ist. Der anerkennt, dass die Ängste schlimm sind. Der Fünfjährige muss spüren, dass der andere mitfühlt – an der Stimme, am Blick, an der Berührung. „Die ängstliche Seite muss sich für eine gewisse Zeit darauf verlassen können, dass da jemand sich für sie interessiert“. Soll heißen: Man sollte immer mal wieder für den anderen da sein, von sich aus auf ihn zugehen und Zeit mit ihm verbringen.

Viel verlangt? Vermutlich, aber so wird es sein:

Ein einfacher Ratschlag und alles ist gut, ist eine Illusion. Zuhören und annehmen ist angesagt, aber das kostet Zeit und Energie.

Und ein letzter Tipp: Man kann versuchen, „die Selbstdistanzierung beim anderen zu fördern“, indem man zum Beispiel fragt: „Wenn dein Kind so panisch wäre wie du gerade, was würdest du dann tun?“ Möglicherweise erkennt der andere in dem Moment, was ihm fehlt, etwa dass er vielleicht einfach nur mal in den Arm genommen werden möchte….

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Hallo, Angst!

In Corona-Zeiten gibt es mehr Anlässe denn je, Angst zu haben. Dabei ist die Angststörung schon jetzt eine der häufigsten psychischen Krankheiten überhaupt. Führungskräfte bleiben davon nicht verschont. Wie können sie sinnvoll auf die eigene Angst reagieren? Viele kleine Tipps für den Umgang mit einem starken Gefühl.

Hier die Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit, verstanden als kleiner Werkzeugkasten, aus dem man sich bedienen kann.

  • Gestehen Sie sich ein, dass Sie Angst haben. Es muss niemand anderes dabei sein, wenn Sie das tun. Erlauben Sie sich ruhig die Vorstellung, dass alles den Bach herunter geht, lassen Sie Ihrer Trauer freien Lauf, weinen Sie, gönnen Sie sich die Verzweiflung, unterdrücken Sie sie nicht.
  • Wenn Sie es nicht fertig bringen, diese Emotionen als „Angst“ zu bezeichnen, dann nehmen Sie andere Namen: Unsicherheit, Unbehagen zum Beispiel. Oder geben Sie ihnen alberne Namen – was auch immer, aber benennen Sie sie.
  • Stellen Sie sich diese Gefühle wie einen Zug vor, der mit Geschwindigkeit in einen Bahnhof einläuft und ihn wieder verlässt und beobachten Sie ihn dabei.
  • Begrüßen Sie die Gefühle: Hallo, Angst! Hallo Sorge! und verabschieden sie wieder: Bis zum nächsten Mal! Bis später!
  • Spielen Sie Detektiv und finden heraus, wann die Angst auftritt. Bestimmte Absender in Ihrem E-Mail-Progamm? Bestimmte Äußerungen anderer? Bestimmte Nachrichten und Berichte? Es hilft, diese Angstanzeiger aufzuschreiben.
  • Die Anzeiger äußern sich oft auch körperlich – Enge in der Brust, flaches Atmen, verkrampfte Schultern, angespannte Kiefermuskulatur. Ich empfehle eine Übung, bei der man sich aufrecht auf einen Stuhl setzt und alle Teile des Körpers der Reihe nach durchgeht und darauf achtet, welche sich angespannt anfühlen. Dann kennen Sie Ihre Angstanzeiger. Linderung verschaffen Sie sich, indem Sie in diese verspannten und vielleicht schmerzenden Regionen hineinatmen.
  • Strukturieren Sie Ihre Zeit – wer es schafft, sich selbst besser zu organisieren, der hat eine stärkere Kontrolle über seine Angst. Also zum Beispiel eine To-Do-Liste jeden Morgen erstellen. Oder einen Tagesplan aufstellen, am besten in 30-Minuten-Abschnitten, wobei man darauf achten sollte, seinen Kalender nicht zu überfrachten.
  • Starten Sie kleine, sinnvolle Handlungen. Ob das nun das Sortieren von Rechnungen ist, das Gießen von Blumen, das Aufräumen Ihres E-Mail-Kontos – wichtig ist, dass man sich auf etwas konzentriert, das unmittelbar ansteht. Solange, bis die Panik nachlässt.
  • Eignen Sie sich eine Achtsamkeitstechnik für den Notfall an. Eine klassische Atemübung zum Beispiel, etwa die 4-7-8-Atemtechnik (bis 4 zählen beim Einatmen, bis 7 beim Atem anhalten und bis 8 beim Ausatmen). Oder sie richten Ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes, indem Sie sich zunächst auf die Angst fokussieren, die Aufmerksamkeit dann aber langsam zu einem Gegenstand in Ihrer Hand (einen Stift, ein Buch) wandern lassen.
  • Vertagen Sie die Angst. Sie können Ihr zum Beispiel mitteilen, dass Sie grade jetzt wenig Zeit für sie haben. Sätze wie: „Angst, bleib wo du bist. Ich arbeite gerade an eine Lösung und muss diese Aufgabe erst erledigen.“

Für Führungskräfte (natürlich nicht nur für dieser) gilt zudem, dass sie sich trauen sollten, über ihre Emotionen zu reden, also auch über ihre Angst. Wenn Sie zum Beispiel zugeben, dass es Ihnen in der aktuellen Situation nicht gut geht, Sie sich Sorgen machen und manchmal nicht schlafen können, dann entlastet das nicht nur Sie selbst, sondern hilft den anderen, sich normal zu fühlen. Diese merken, dass sie mit ihrer Angst nicht allein sind, was zu einer emotionalen Verbundenheit führt.

Sie können dies sogar in Krisenzeiten ein kleines Stück fördern, z.B. durch die Ampelübung. Jeder sagt zu Beginn eines Treffens kurz, wie er sich fühlt, also rot, gelb oder grün. Und wer möchte, kann dazu auch erzählen, warum das so ist, niemand muss.

Mag sein, dass Sie die meisten Empfehlungen für sich als wenig tauglich ansehen, aber vielleicht ist die eine oder andere dabei, die Sie doch ausprobieren möchten. Wichtig ist auf jeden Fall: Je nach dem Grad der Angststörung sollten Sie sich professionelle Hilfe holen! Auch ein Schritt, der eher für Stärke als für Schwäche steht.

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ZOMBIFIKATION zu VUCA-Zeiten

Sollte man in komplexen Situationen lieber auf die Urteilskraft von Nicht-Experten vertrauen?

Eine gewagte Hypothese: In „nur komplizierten“ Fällen helfen uns Experten mit ihrem Fachwissen. Aber in VUCA-Zeiten stehen sie dem Fortschritt eher im Weg, weil sie ihr Wissen in der Vergangenheit erworben haben. Auf wen soll man dann setzen?

Experten werden zweifellos überall benötigt werden und niemand möchte auf ihre Expertise verzichten (Urteilskraft vor Instanz). Aber dummerweise vertrauen wir (und auch Manager) auch bei neuen Problemstellungen auf Fachleute, und diese erstellen in der Tat ja auch ständig Prognosen über die Zukunft. Es gibt eindrucksvolle Beispiele, bei denen Experten um Vorhersagen gebeten wurden und bei 80.000 Prognosen die Trefferquote nicht höher lag als bei Zufallstipps.

Wenn die Experten aber in Sachen Prognosen überfordert sind – wer kann es besser? Angeblich unterschätzen wir „die Leistung von Nichtexperten bei komplexen Fragestellungen fahrlässig„.
Ein schönes Beispiel: Ein niederländischer Verkehrsplaner entfernte in den 80er Jahren sämtliche Schilder und Ampeln an Hauptverkehrsstraßen. Fahrbahn und Bürgersteig wurden zu durchgehenden Flächen. „Shared Space“ hieß das Projekt. Und siehe da: Die Verkehrsunfälle gingen auf NULL zurück, die Zeit zum Zurücklegen der Wegstrecke sank auf die Hälfte, obwohl sich die Geschwindigkeiten verlangsamten.

Fazit: Menschliche Urteilskraft genügt, um komplexe Situationen effektiv zu regulieren. Bevormundet man die Menschen z.B. durch Regeln, Vorschriften und Vorgaben, die von „Experten“ erstellt wurden, verhalten sich die Bevormundeten auch wie Entmündigte. Sie übernehmen keine Verantwortung, diese wird „durch Warnhinweise und Verhaltensaufforderungen ausgeschlossen.“ Dafür gibt es den Begriff „Zombifikation„.

Ich habe viel Sympathie für diese Haltung, allerdings zeigt das Beispiel auch das Problem der Übertragbarkeit. Die Verkehrsteilnehmer mögen zwar keine Experten in Sachen „Verkehrsplanung“ sein, aber sie kennen sich aus mit Auto-, Fahrrad- und Fußgänger-Verhalten. Sie beherrschen diese Fortbewegungsarten meist ziemlich gut. Im Unternehmensalltag bräuchte man Mitarbeiter, die über breites Wissen und Fähigkeiten verfügen und keine „dressierten Spezialisten“ sind, die sich nur auf einem Fachgebiet auskennen. Und sie müssten über alle notwendigen Informationen verfügen, damit das mit der Selbstregulierung funktioniert. Was in der Übergangszeit sicher ein Problem darstellt, das aber lösbar ist.

Eine weitere Frage, die sich wie immer bei solchen Beispielen stellt, ist, ob das mit der Selbstregulierung auch bei großen Organisationen funktioniert – das scheint beim Shared Space auch ein Problem zu sein.

Ansonsten sind meine Erfahrungen ähnlich: Wenn man Gruppen mit wenigen Spielregeln „machen lässt“, setzt sich in der Regel tatsächlich die menschliche Urteilskraft durch. Die Kunst ist weniger, Menschen dazu zu befähigen. Die Kunst ist, so viel Vertrauen in sie zu entwickeln und auszuhalten, wenn es nicht sofort funktioniert, dass sie diese Urteilskraft auch wirklich nutzen können. In vielen Workshops die ich gehalten habe oder Besprechungen die ich moderiert habe, habe ich mir zwischendurch das Urteil eines Experten gewünscht. Oder in denen ich dachte: „Was diskutieren die denn hier so lange, die Lösung liegt doch auf der Hand!?“

Um anschließend immer wieder davon überrascht zu werden, welche erstaunlichen und vor allem kreativen und praktischen Lösungen Gruppen entwickeln, wenn man ausreichend Geduld hat. Wobei diese Lösungen manchmal der entsprachen, die ich für die einzig mögliche gehalten hatte, aber oft genug auch völlig anders und viel praktikabler ausfiel.

 

Hilfe, Anregungen und Trainingsmöglichkeiten erhalten Sie unter www.michaeltiefel.com oder info@michaeltiefel.co

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Firmencoaching – anders als gedacht

Meine praktische Tätigkeit als freier Coach und Trainer spielt sich wie folgt ab:

Ich werde in eine Firma gerufen, wo man mir eröffnet, dass man mich für eine Schulung vorgesehen hat (meist aufgrund einer mündlichen Empfehlung). Jetzt lasse ich mir erst einmal erzählen, was die Firma tut und wie der „Laden läuft“. Dann komme ich auf die spezielle Problematik zu sprechen – denn gäbe es keine Probleme, so hätte man mich nicht gerufen.

Bei diesem Stand der Gespräche hake ich mit (oft sehr direkten und teilweise unangenehmen) Fragen so lange nach, bis ich genau weiß, wo die Nöte der Firma beziehungsweise ihrer Mitarbeiter liegen.

Erst jetzt fällt die Entscheidung: Was für eine Art Seminar wollen wir abhalten? Ein Management-Seminar? Ein Kommunikationsseminar? Eine Rhetorikschulung? Eine Schulung für Gesprächstechnik? Ein ausgesprochenes Verhaltenstraining? Ein Motivationsseminar? Oder mehrere dieser Seminare – und in welcher Reihenfolge? Oder eine Kombination?

Nehmen wir mal an, das Grundproblem einer Firma sei folgendes: Die Firma hat ein Marketing-Konzeption erarbeitet – und der Außendienst zieht nicht mit! Im Augenblick „mauern“ die „alten Hasen“; möglicherweise steht auch eine „Palastrevolution“ ins Haus. Mein Vorschlag heißt in diesem Falle: „Offiziell“ machen wir ein „Verkaufstraining“. Richtziel des Seminars muss es aber sein, den Außendienst zu motivieren, dass er die neue Marketing-Konzeption anerkennt und nach dem Seminar „moralisch aufgerüstet“ an die Front zurückeilt, um höhere Umsätze denn je zuvor zu erzielen. Denn an den erzielten Umsätzen wird letztlich mein Erfolg gemessen.

Jetzt hole ich möglichst detaillierte Auskünfte über den Außendienst ein. Und zwar auf zweierlei Weise: Zum einen lasse ich mir von meinem Verhandlungspartner (meist Vertriebs- und/oder Außendienstleiter erzählen, was er von „seinem“ Außendienst hält. Und dann gehe ich mit mindestens zwei Außendienstmitarbeitern einige Tage auf die Reise. Erst dann entscheide ich endgültig über Zeitdauer und Lernziele des Seminars und übersende der Firma einen Programmvorschlag.

Wie man sieht, lege ich sehr viel Wert auf die „Vorarbeit“ und gehe nicht blauäugig in ein Coaching/Seminar. Gerade in Unternehmen ist dies besonders wichtig.

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JUNGS und Mädchen und ihre „Behinderung“

Es ist kein Zufall, dass 80% der angeblich Lernbehinderten Kinder männlich sind. Dafür gibt es mehrere Gründe. Um nur zwei zu nennen:

  • Jungen entwickeln zunächst die GROBMOTORIK und erst nach der Pubertät die FEINMOTORIK. Bei Mädchen ist es umgekehrt. SCHÖNSCHREIBEN aber ist feinmotorisch und für kleine Jungen daher fast nicht zu schaffen (zum „Glück“ gibt es das ja jetzt nicht mehr).
  • Jungen müssen fast doppelt so viel Muskelmasse entwickeln (der männliche Körper besteht zu 40% aus Muskeln, der weibliche nur zu 24%). Das heißt, sie müssen Muskeln durch BEWEGUNG aufbauen, diese durch weitere Bewegung trainieren und im Gehirn die nötigen Verbindungen, um sie richtig bewegen zu können. Deshalb müssen Jungen sich bis zur Pubertät tagtäglich mehrere Stunden lang bewegen, in der Schule aber zwingt man sie, ständig stillzusitzen.Hinzu kommt, dass sie inzwischen auch nicht mehrt auf der Straße spielen können/bzw. durch die neuen Medien wollen. Spielplätze wurden Parkplätzen geopfert (das bringt mehr Wählerstimmen), und Sportplätze (früher in fast jedem Stadtviertel vorhanden) muss man heute mit der Lupe suchen. Auch im Haus dürfen sie im Treppenhaus nicht rennen. WO BITTE SOLLEN DIE LJUNGEN DIE ENTWICKLUNG DURCHLAUFEN, die sie so dringendst benötigen??? Wären Ballspiele und Übungen für die Hand-Auge-Koordination (z.B. Spiele, bei denen man zielen und werfen/schießen muss) Schulfächer, dann könnten die Jungen ihr ureigenstes Wesen genauso entwickeln, wie die Mädchen das dürfen.

Und nun? Was macht man mit diesem Wissen? Nicht immer gleich zur Chemiekeule greifen und die Entwicklung jedes einzelnen beobachten. Jedes Kind entwickelt sich eigenständig und in seinem Tempo. Der eine schneller, der andere etwas langsamer. Das ist ganz normal. Das Erlernen eines Musikinstrumentes steigert zum Beispiel die Bereitschaft am Lernen in der Schule. Genauso muss die Gemeinde mehr eingreifen. Die soziale Entwicklung der Kinder außerhalb der Schule fördern. Nicht nur durch Errichtung eines Sportparks, sondern auch durch Erschaffung von Plätzen, an denen die Kinder SELBST und STÄNDIG sich ausTOBEN und entFALTEN können. Gebt ihnen mehr Raum und traut ihnen (sorry not sorry: verdammt noch mal) mehr zu.

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Motiviert euch mit diesen 5 Möglichkeiten selbst

Ein häufiger Grund, warum Menschen zum Coaching kommen, ist, dass sie sich festgefahren fühlen. Manche langweilen sich schlicht und einfach. Ihre Aufgaben sind alltäglich geworden — das Leben scheint so vorhersehbar.

Andere bleiben in einer bestimmten Situation stecken, wie ein Job, den sie nicht mögen, oder eine Beziehung, die sie unerfüllt lässt. Wenn man sich festgefahren fühlt, sollte man handeln. Dabei helfen bestimmte Strategien.

1.     Sucht euch mehrere Fluchtwege 

Es gibt immer viele verschiedene Lösungen für ein Problem. Natürlich sind nicht alle davon gut. Wenn ihr ein Problem lösen wollt, macht ein Brainstorming und überlegt euch so viele Wege, wie möglich. Die müssen erstmal nicht immer Sinn ergeben oder die besten sein.

Erstellt eine lange Liste von Strategien, die euch helfen könnten, euer Problem zu lösen. Das Ziel ist es, eine so lange Liste zu erstellen, damit unser Gehirn erkennt, wie viele Möglichkeiten wir haben.

2.     Verändert eure Routine 

Routinen sind eigentlich gut, denn sie lassen uns wichtige Gewohnheiten entwickeln. Zu viel Struktur und Routine, kann aber auch dazu führen, dass wir uns wie ein Roboter fühlen. Dann müssen wir aktiv werden, um aus unserem Trott wieder herauszukommen. Macht dann einfach mal etwas anders als sonst. Das hilft eurem Gehirn, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Das kann außerdem neue Ideen entfachen, die Leidenschaft schüren und mehr Energie geben.

Das müssen nicht unbedingt große Veränderungen sein. Geht statt direkt nach der Arbeit zu Abend zu essen mal eine Runde spazieren. Oder meldet euch für einen Kurs an, bei dem ihr etwas neues lernt (auch online möglich und sinnvoll).

3.     Sucht euch neue Herausforderungen

Ein Wettbewerb ist eine großartige Möglichkeit, sich wieder zu motivieren. Und dabei müsst ihr nicht mal gegen jemanden antreten. Stattdessen könnt ihr euch eine Herausforderung suchen, die ihr meistern wollt.

Die Herausforderung kann sich auch auf ein Problem beziehen, dass ihr lösen müsst. Ihr habt Schulden, versucht innerhalb eines Monats zu sparen und einen Teil zurückzuzahlen.

Oder ihr setzt euch ein Ziel, dass ihr erreichen wollt. Zum Beispiel jede Woche dreimal Laufen zu gehen. Das könnte auch etwas sein, auf dass ihr euch freut und was neue Interessen weckt.

4.     Probiert etwas aus 

Experimentiert einfach mal ein bisschen rum. Schaut, was euer Leben ein bisschen besser macht und was euch dagegen nicht so guttut. Wenn ihr etwas gefunden habt, dass euch Spaß macht, bleibt dabei.

Probiert aus, ob ihr euch zum Beispiel mit anderer Kleidung wohler fühlt. Wenn ihr mit einer neuen Garderobe selbstbewusster auftreten könnt, dann solltet ihr einkaufen gehen. Oder testet eine neue Strategie im Job aus. Wenn sie euch positive Erlebnisse bringt, bleibt dabei.

5.     Achtet auf ein gutes soziales Umfeld

Die Menschen, mit denen wir uns umgeben, beeinflussen uns sehr. Manchmal tut es deshalb gut, neue Freunde zu finden oder zu alten wieder Kontakt aufzunehmen. Vielleicht gibt es auch jemanden in eurem Umfeld, der euch nicht guttut und euch runterzieht. Dann kann es helfen, den Kontakt zu verringern oder sogar ganz abzubrechen. Vielleicht merkt ihr dann auch, dass ihr euch weniger festgefahren fühlt.

Ihr wollte mehr wissen oder ein gezieltes Coaching? Dann meldet euch einfach unter info@michaeltiefel.com

 

 

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DIE MEISTEN MENSCHEN HÖREN NICHT ZU UM ZU VERSTEHEN, SIE HÖREN ZU UM ZU ANTWORTEN!

Der Mensch will verstanden werden. Hier ist es egal ob in der Familie oder im Beruf. EINFÜHLENDES ZUHÖREN gehört zu den Grundprinzipien einer erfolgreichen Kommunikation.

Wenn ich effektiv mit einer anderen Person interagieren will, muss ich sie zuerst verstehen.

Der wahre Schlüssel dafür, dass ich eine Person beeinflussen kann ist mein Vorbild, mein Verhalten – mein Charakter.

Um Ratschläge geben zu können und mehr über eine Person zu verstehen, muss sie sich erst öffnen – sie muss Vertrauen in mir haben.

Was ist EINFÜHLENDES ZUHÖREN? Es ist Zuhören mit der Absicht den anderen zu verstehen. Erst verstehen wollen – dann Verstehen!

EINFÜHLENDES ZUHÖREN führt einen in den Bezugsrahmen des anderen. Das hilft sein Paradigma und seine Gefühle zu verstehen.

Dies bedeutet, dass ich die Meinung des anderen nicht teilen muss. Es geht darum, dass ich den Menschen voll und ganz verstehe – emotional und intellektuell!

Wie ist eine Kommunikation aufgebaut?

Sie besteht aus 10% Worte – 30% Stimme – 60% Körpersprache

Wie man hier sieht, ist es nicht so wichtig was man sagt, sondern was man fühlt und diese Gefühle auch wiedergibt. Der Gegenüber spürt und sieht was man von ihm hält und ob man ihn wichtig nimmt.

Der Mensch strebt danach:   – verstanden,

– bestätigt,

– geliebt und

– anerkannt zu werden.

 

Dies setzt voraus, dass wir ihn erst verstehen und dann selbst verstanden zu werden.

Deshalb müssen wir immer erst eine Diagnose stellen und dann das Rezept.

Ein effektiver Verkäufer zum Beispiel versucht zunächst die Bedürfnisse, die Anliegen und die Situation des Kunden zu verstehen. Danach verkauft er Lösungen für das Problem. Man muss aber auch den Mut haben zu sagen, „Mein Produkt, meine Dienstleistungen werden Ihre Bedürfnisse nicht erfüllen.“

Erst verstehen und dann verstanden zu werden ist ein richtiges Prinzip, jenes für alle Lebensbereiche gilt. Es ist ein allgemeines Prinzip, das ganz besonders wichtig ist, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Zu oft wenden wir unsere autobiografischen Antworten, teils bewusst, teils unbewusst, an.

Wir müssen beide Seiten des Gehirns verwenden um beide Seiten des Gegenübers zu verstehen.

 

 

 

 

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Grenzenlos – Willensstark Das Outdoor-Erlebnis gegen Burn-Out, Depressionen und Stress

 

Grenzenlos – Willensstark

Das Outdoor-Erlebnis gegen Burn-Out, Depressionen und Stress

 

Eine innere Unruhe, Unbehagen, Stress – heutzutage ein Teil vieler Menschen, besonders derer, die in schnellen und hektischen Großstädten leben und/oder einen hektischen und verantwortungsvollen Beruf haben. Man hat ständig Verpflichtungen nachzugehen, muss ständig informiert und erreichbar sein. Wahrscheinlich hast du kaum Zeit, deine Gedanken mal in Ruhe zu reflektieren.

Auf Dauer hat das gravierende und negative Auswirkungen auf deine körperliche und auch mentale Gesundheit. Folgen wie zum Beispiel Burn-Out und Depressionen. Oftmals sind Depressionen phasenweise Folgen von Ängsten und Stress. Sie verleiten die Menschen dazu, die Sicht auf das große Ganze zu verlieren.

Anstatt die schönen Dinge zu genießen, fokussieren sie sich auf die Schwierigkeiten und das Scheitern. Eine wirksame Möglichkeit gegen all das anzugehen, bietet eine in der Natur. Doch welche Vorteile hat das Campen für die mentale Verfassung und hilft Achtsamkeit gegen Depressionen?

Achtsamkeit kann gegen Depressionen helfen, da es zum Abbau von Ängsten und Stress verhilft. Durch das Verbringen von Zeit in der Natur kann den depressiven Phasen entgegengewirkt werden. Das Campen und auch Radeln/Wandern stellen Möglichkeiten da, um aus der gefühlten Enge und Überforderung auszubrechen.

Fühlst du dich zum Beispiel gestresst von einem bevorstehenden Projekt, so kann eine Auszeit im Freien dir dabei helfen, zu erkennen, dass dieses Projekt eigentlich nur eine kleine Bedeutung in deinem Leben hat und da draußen eine riesige Welt ist, die es zu genießen gilt.

In der Natur liegt die Ruhe – Achtsamkeit gegen Stress

Wenn du es dir im Bett gemütlich machst und deinen Körper herunter fährst, dann beanspruchst du einen ganz besonderen Teil deines Nervensystems – den Parasympathikus. Das parasympathische Nervensystem ist dafür zuständig, unseren Körper zu entspannen und Energie zu tanken. So lässt er den Blutdruck und die Herzfrequenz sinken und regt auch die Verdauung an.

Das wir heute in eher hektischen und schnellen Zeiten leben, haben wir ja schon erkannt. Dies wirkt sich auch auf den Parasympathikus aus: Er wird seltener beansprucht. Nervenbahnen die weniger genutzt werden, haben jedoch die Eigenschaft zu verkümmern bzw. verlieren an Wirkungskraft.

Doch keine Angst, durch wiederholtes Beanspruchen können sie wieder gestärkt werden und das solltest du auch tun. Interessanterweise lässt sich das parasympathische Nervensystem auch dadurch aktivieren, die freie Natur und besonders auch Tiere zu beobachten. Nimm dir also hin und wieder die Zeit in der Natur. Ein Coaching in der Natur hat eine beruhigende Wirkung.

Stärke dein Gehirn – Outdoor-Coaching Richtung gesundes Gehirn

Fahrradfahren ist eine hervorragende Form der körperlichen Betätigung. Sie hilft nicht nur dabei, Gewicht zu verlieren und die Muskeln zu stärken, sondern auch dem Gehirn. Wenn deine Fahrradtouren fordernd genug sind, sodass deine Herzfrequenz steigt, so vergrößert sich auch dein Hippocampus.

Das ist ein Teil des Gehirns, der auch als Schaltstelle zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis gesehen wird und ist somit höchst wichtig für das Lernen.
Auch das Äußern von Emotionen wie Freude oder Angst wird durch den Hippocampus maßgeblich beeinflusst.

Man sagt, dass schon eine zwanzig minütige Radtour die Art und Weise, wie das Gehirn Informationen verarbeitet, verbessern kann. Außerdem veranlasst Bewegung generell die Produktion von Wachstumsfaktoren, was auch die Produktion von gesunden Gehirnzellen anregt.

Durch Camping zum besseren Schlaf

Das Verbringen von Zeit in der Natur lässt mich also Stress abbauen und sogar mein Gehirn stärken. Aber auch die Schlafqualität kann dadurch verbessert werden. Es heißt, schon ein Spaziergang oder Aufenthalt im Wald unterstützt die Schlafqualität und lindert Schlafprobleme. Normalerweise sind wir oft künstlichem Licht ausgesetzt.

Das hat zur Folge, dass unsere innere Uhr, unser Circadiane Rhythmus der maßgebend für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus ist, durcheinander gerät und sich somit schlecht auf unseren Schlaf auswirkt. Außerdem beeinflusst das künstliche Licht die Produktion des Schlafhormons Melatonin, in dem es diese senkt.

Wenn du also wieder auf eine natürliche Art müde werden und schlafen möchtest, dann ist diese Art des Coachings genau das Richtige für dich. Hier bist du weniger künstlichem Licht ausgesetzt und du lässt dich vielmehr auf den natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht ein. Gehe hinaus und stelle deine innere Uhr.

Stelle dich dem Outdoor-Abenteuer – Mission Selbstvertrauen

Mit ausgewählter Ausrüstung und Fahrrad in die Natur schreiten. Das ist fast schon wie der Beginn eines kleinen Abenteuers, einer Entdeckungsreise, welche nicht unbedingt leicht sein muss. Wenn du über längere Strecken im Wald fährst, so wird dir vielleicht das ein oder andere Hindernis im Weg stehen, das es zu überwinden gilt.

Der gesamte Ausflug ist eine Herausforderung, der man sich stellt.
Du lernst dich selbst kennen und trittst die Wanderung aus eigener Kraft an. Die Erfahrungen, die man hier sammelt, stärken somit zurecht auch das eigene Selbstvertrauen. Hinzu kommt noch ein Coaching der besonderen Art, jenes du so nie bekommen wirst.

Entdecke die Natur – Schätze die Achtsamkeit

Sehr viele Menschen schreiten äußerst unbewusst durch ihr Leben. Viele der Handlungen und Gedanken erfolgen fast selbstständig durch den Geist, wie auf Autopilot. Es ist jedoch sehr zu empfehlen dem entgegenzuwirken.

Achtsamkeit bedeutet eine bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit, das bewusste Fokussieren auf das Hier und Jetzt. Durch regelmäßiges Trainieren der Achtsamkeit verbessert sich dein Glücksempfinden, deine Konzentration und sogar das Immunsystem.

Und das Fantastische dabei ist, dass dieses Trainieren sehr schön sein kann. Hierfür bietet sich natürlich die Natur in Kombination mit meinem Coaching an.

Sitze zum Beispiel Abends am Lagerfeuer und achte auf deine Sinne. Wie das Feuer dich wärmt. Wie schön sieht es aus? Hörst du die Tiere im Wald? Spürst du den leichten Wind auf deiner Haut und was kannst du riechen?

Fazit

Wie wir sehen, können wir uns die Natur beim Coaching zu Nutze machen und unsere Mentale Gesundheit und berufliche Leistungsfähigkeit wesentlich stärken. Wir können Ängste abbauen und unser Gehirn trainieren. Auch auf unsere Schlafqualität hat sie enormen Einfluss.

Das wirst du im Coaching außerdem Erfahren: 

* Welches grenzenlose Potenzial und starke Willenskraft in dir steckt.

* Wer du wirklich bist und nach welchen Prinzipien du lebst.
* Wie du deine Ziele und Wünsche effizienter erreichst.
* Wie du es schaffst, deine Mission nachhaltig zu leben.

* Wie du für dich und deine Ziele authentisch einstehst.
* Wie du dir selbst treu bleibst und direkt in die Umsetzung deiner Ziele kommst. 

Ab in die Natur für ein besseres Ich.

 

 

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Negative Gefühle und Gedanken verlieren

Der Grund für negative Gefühle sind automatisierte Denkmuster, die du aber verändern kannst.

Bestimmt ertappst du dich auch manchmal dabei, dass du in Gedanken mit dir selbst nicht gerade liebevoll umgehst: „So ein Mist, war ja klar, dass mir das wieder passiert!“ oder „Das schaff ich nie!“. Solche inneren Schimpftiraden sind weit verbreitet – aber auch gefährlich, denn sie bestimmen über deine Gefühle.

In den meisten Situationen sind es nämlich nicht die äußeren Umstände, sondern deine eigene Bewertung, die dazu führt, dass es dir schlecht geht. Nehmen wir als Beispiel Max und Lisa: Die beiden arbeiten im selben Unternehmen und ihre Chefin bittet sie, in zwei Wochen jeweils einen Workshop zu leiten. Der Haken: Das Ganze soll nicht wie sonst auf Deutsch stattfinden, sondern auf Englisch. Obwohl beide gleich gut Englisch sprechen, reagieren sie unterschiedlich auf die Bitte der Chefin. Während Lisa sich freudig in die Vorbereitung stürzt, zermürbt Max sich den Kopf vor Sorge, dass sein Englisch nicht ausreicht und ihn niemand ernst nehmen wird. Du kannst dir sicher denken, wessen Workshop besser verläuft.

Genau wie Max haben wir alle bestimmte negative Denkmuster, in die wir immer wieder verfallen. Wie dramatisch sie sich auswirken, hängt davon ab, ob du dazu tendierst, negative Ereignisse überbewerten und aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Viele Menschen neigen auch dazu, einzelne Ereignisse zu generalisieren und in die Zukunft zu projizieren: „Jetzt bin ich schon wieder nicht befördert worden, das wird nie etwas!“ Außerdem kommt es darauf an, ob du einen Hang dazu hast, die Schuld zu sehr bei dir selbst zu suchen oder auch andere Ursachen in Betracht ziehst. 

So hat jeder seine eigene Art, die Dinge negativ zu sehen. Doch die gute Nachricht ist, dass du diese destruktiven Denkmuster verändern kannst. Dazu musst du wissen, dass diese Gedankengänge fast immer unbewusst ablaufen, was dazu führt, dass du die impliziten Schlussfolgerungen übersiehst. So denkst du dir z.B.: „Ich bin traurig, weil meine Freundin zu spät zur Verabredung erscheint.“ Dabei vergisst du allerdings die folgenden Gedankenschritte: „Ich denke, meine Freundin kommt zu spät, weil es ihr nicht wichtig ist, sich mit mir zu treffen, weil sie mich eigentlich gar nicht mag.“

Um diese Denkmuster zu durchbrechen, musst du sie dir erst einmal bewusst machen. Dazu dient die Mindset-Methode.

Löse negative Denkmuster durch bewusstes und kritisches Überprüfen auf.

Das menschliche Gehirn automatisiert viele Abläufe, um sich den Alltag zu erleichtern und Energie zu sparen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es echte Arbeit ist, Denkmuster aus der unbewussten Versenkung hervorzuholen und auf den Prüfstand zu stellen. Wie gehst du das am besten an?

Im ersten Schritt der Mindset-Methode identifizierst du deine negativen Denkmuster. Dazu brauchst du Zeit, Ruhe, Papier und Stift. Dann überlegst du, welche Situation bei dir negative Denkspiralen auslöst. Versuche, dich möglichst detailliert in die entsprechende Situation hineinzuversetzen und aufzuschreiben, welche unangenehmen Gedanken dabei hochkommen. Geh das im Kopf ruhig mehrmals durch und überlege dir, welche Denkmuster hinter diesen Gedanken stehen könnten.

Im Beispiel von Max ist die problematische Situation der Workshop auf Englisch. Der Arme denkt sich z.B.: „Ich werde falsche Wörter benutzen und alle werden mich auslachen.“ Oder: „Während ich nach der richtigen Formulierung suche, werden alle innerlich abschalten.“

Nachdem du diese Gedanken jetzt an die Oberfläche befördert hast, benutzt du dein Köpfchen, um sie zu entkräften. Überlege dir zu jedem Gedanken, den du aufgeschrieben hast, jeweils drei logische Gegenargumente. Du solltest z.B. prüfen, ob du mögliche Folgen bereits als gegeben annimmst oder vielleicht auch schon andere Erfahrungen gemacht hast. Max könnte seinen ersten Gedanken z.B. so entkräften: „Im Seminar xy hat auch niemand den Vortragenden ausgelacht“, „Die meisten Leute bewundern es, wenn jemand sich Mühe gibt, eine Fremdsprache zu sprechen“ und „Wenn ich im Alltag Englisch spreche, geht es ja auch“.

Noch wirksamer entkräftest du negative Gedankenmuster im Rahmen eines Rollenspiels. Suche dir eine Vertrauensperson, die dabei den Part deiner inneren Stimme übernimmt, und bitte sie, dir deine negativen Gedanken in möglichst verletzendem Tonfall vorzulesen. Und dann antworte mit deinen vernünftigen Gegenargumenten, die du vorher schon aufgeschrieben hast. Diese Übung wiederholst du so lange, bis du dich selbst von der logischeren, positiven Sichtweise überzeugt hast.

So gewinnst du nach und nach mehr Selbstvertrauen – eine Eigenschaft, die wir uns noch ein wenig genauer ansehen wollen.

Stelle konstruktive Fragen und mobilisiere deine Ressourcen, um Selbstvertrauen zu gewinnen.

Geringes Selbstvertrauen und negative Denkmuster sind eng miteinander verwoben. Um das Selbstwertgefühl zu verbessern, gibt es zum Glück einige recht leicht umsetzbare Übungen.

Viele Menschen neigen z.B. dazu, sich selbst die Schuld für negative Erlebnisse anzulasten. Auch hier hilft es meistens, sich Unbewusstes bewusst zu machen. Stell dir z.B. vor, du backst Plätzchen, die sich leider als ungenießbar erweisen. Anstatt dich innerlich selbst zu beschimpfen, verteile die Schuld prozentual an dich selbst, die anderen Beteiligten sowie die Situation. Zu 40% bist du z.B. selbst schuld, weil du nicht genau genug abgemessen hast, zu 40% der Urheber des Rezeptes, das nicht gut ist, und zu 20% liegt es an der Situation, weil die Temperatur des Backofens sich nicht präzise einstellen lässt. Auf die Art schaffst du es, konstruktiv mit dem Scheitern umzugehen, anstatt dich mit Selbstvorwürfen zu martern.

Gewöhne dir außerdem an, konstruktive Fragen zu stellen. Instinktiv neigen wir nämlich bei ärgerlichen Situationen dazu, destruktive Fragen zu stellen, wie „Warum geht bei mir immer alles schief?“ Wenn dir das bewusst wird, ersetze die Frage durch eine zweckdienlichere Version, z.B. „Wie kann ich es beim nächsten Mal besser machen?“ Fragen, die mit „Warum“ beginnen, sind übrigens meist keine echten Fragen, sondern eher Schuldzuweisungen. Versuche es also lieber mit einem anderen Fragewort.

Ein weiterer Trick besteht darin, deine eigenen Kräfte zu mobilisieren. Für gewöhnlich hast du nämlich alles, was du brauchst – nur steht es dir eben gerade nicht zur Verfügung. Um das zu ändern, gibt es den Ressourcentransport. Dabei stellst du dir eine unglückliche Situation vor und überlegst, was du bräuchtest, um sie zu meistern. Wenn Max z.B. bei seinem Workshop auf Englisch aufgeregt und unsicher ist, bräuchte er Selbstsicherheit und Zuversicht. Anschließend suchst du in deiner Erinnerung nach einer Situation, in der du diese Eigenschaften gefühlt hast, und wechselst in Gedanken wie bei einem schnellen Filmschnitt zwischen den beiden Situationen hin und her. Dabei versuchst du, das positive Gefühl mit in die negative Situation zu nehmen. Klingt vielleicht merkwürdig, funktioniert aber erstaunlich oft. 

Auf diese Weise lassen sich schon viele negative Denkmuster durchbrechen. Es gibt allerdings auch einige, die tiefer sitzen, da wir sie schon seit unserer Kindheit verinnerlicht haben.

Durch mentales Training kannst du dir selbst erlauben, negative Glaubenssätze zu ignorieren.

Um zu verstehen, wie du Einschärfungen und Antreiber umwandeln kannst, wechseln wir kurz die Perspektive. Diese inneren Glaubenssätze sind nämlich im Prinzip nichts anderes als Verbote und Gebote. Und um die aufzuheben, brauchst du nur eines: die Erlaubnis!

Ursprünglich stammen diese Verbote und Gebote von deinen Eltern, aber du hast sie so verinnerlicht, dass sie mittlerweile von dir selbst kommen. Daher bist logischerweise auch du die Person, die dir eine entsprechende Erlaubnis erteilen kann. Aber wie geht das konkret?

Überlege dir zunächst, welches Verbot oder Gebot dich am meisten einschränkt. Wenn du z.B. häufig abgehetzt bist, könnte dahinter der Antreiber „Beeil dich!“ stecken. Überlege dir, in welchen Situationen du besonders hektisch wirst, und beobachte dein Verhalten in der jeweiligen Situation. Dann formuliere eine Erlaubnis, die dieses Gebot außer Kraft setzt. Dabei ist es wichtig, dass sich die exakte Formulierung gut und richtig für dich anfühlt. Sie könnte z.B. lauten: „Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst!“ oder: „Beruhige dich erst einmal, bevor du handelst.“

Anschließend ist Gedankenspielzeit: Stell dir eine Situation vor, in der du normalerweise hektisch wirst, z.B. wenn du zwischen Büro und Abendessen noch schnell in den Supermarkt musst. In dem Moment, in dem dein Antreiber anspringt und du vielleicht sogar körperliche Reaktionen zeigst, erteile dir gedanklich die vorher formulierte Erlaubnis und mal dir aus, wie sich deine Gefühle und dein Verhalten ändern würden. Vielleicht atmest du in deinen Gedanken ein paar Mal tief durch und kommst zu dem Schluss, dass es halb so wild ist, wenn ihr heute mal zwanzig Minuten später esst? Spiele die Situation einige Male durch und variiere sie dabei. Wenn du zufrieden bist, nimmst du dir ähnliche Situationen vor, in denen der gleiche Antreiber wirkt. 

Aber was, wenn deine Stressreaktionen so stark sind, dass selbst das nicht hilft?

Stress- und Panikattacken sind in den meisten Fällen ein nutzloses psychisches Erbe von unseren Vorfahren.

Schweißausbruch, Herzrasen, zittrige Finger – purer Stress, von einer Sekunde auf die andere. Sicher ist dir das auch schon einmal widerfahren, aber woher kommen diese heftigen Reaktionen? Um das herauszufinden, sehen wir uns einmal die Entwicklungsgeschichte des menschlichen Gehirns etwas genauer an. 

Plötzliche Stresszustände wie Angst oder Panikattacken äußern sich auf unterschiedliche Weise. Manchen wird übel, andere haben Schwierigkeiten zu atmen, wieder andere beginnen stark zu schwitzen. Trotzdem haben sie alle eines gemeinsam: Ursprünglich waren sie überlebenswichtige Reaktionen, die in Gefahrensituationen automatisch aktiviert werden. Diese Stressreaktionen entstehen in der Amygdala, einem Teil des limbischen Systems in unserem Gehirn. Sie ist unter anderem an der Steuerung von Emotionen, Aufmerksamkeit und Lernprozessen beteiligt und hat dem bewussten Denken gegenüber einen entscheidenden Vorteil, sie ist nämlich bis zu 200 Mal schneller.

In besonders gefährlichen Situationen, zum Beispiel bei einem Alligatorenangriff, schüttet sie blitzschnell Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus, die den Körper in Sekundenbruchteilen aktivieren. Diese Gefahrensituationen hinterlassen in der Amygdala Spuren und sorgen dafür, dass auch zukünftig in ähnlichen Situationen Stress entsteht, um die Überlebenschancen bei Gefahr zu verbessern. 

So weit, so praktisch. Das Problem ist allerdings, dass unser Gehirn nicht zwischen realen und eingebildeten Gefahren unterscheiden kann und deshalb auf beide gleich reagiert. Wenn du direkt hinter dir lautes Bremsenquietschen hörst, springst du dank deiner Amygdala sehr schnell zur Seite. Das bisschen Herzrasen nimmst du dafür gern in Kauf. Doch leider reagiert dein Gehirn mit dem gleichen inneren Alarm auf heranrückende Deadlines oder Lebenspartner, die eine Beziehungspause einlegen wollen – und in diesen Situationen sind Schweißausbrüche und Hektik alles andere als hilfreich. 

Meistens hilft dann einfach nur, die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten. Zum Glück kommen solche Stress- und Angstattacken ja eher selten vor. Wenn du allerdings eine Situation kennst, in der du regelmäßig in Panik gerätst, gibt es durchaus eine Möglichkeit, daran zu arbeiten.

Du kannst lernen, innere Alarmzustände zu kontrollieren.

Denken wir noch einmal kurz an Max aus unserem Anfangsbeispiel zurück. Wenn er vor seinem ersten Workshop auf Englisch übermäßig aufgeregt ist, lässt sich das vermutlich mit der Mindset-Methode beheben. Wenn er allerdings vor jeder noch so kleinen Präsentation eine Panikattacke bekommt, muss er größere Geschütze auffahren.
 

Innere Alarme werden normalerweise mit einer Introvision im Rahmen meines Coachings bekämpft. Dabei finden wir zunächst heraus, welcher Glaubenssatz diesen Alarm auslöst, z.B. „Ich darf unter keinen Umständen scheitern“. 

Im ersten Schritt versuchst du gemeinsam mit mir, einen „magischen Satz“ zu finden. Dieser Satz verursacht einen Alarm, der genauso intensiv ist, wie der Alarm in einer „echten“ Situation. Er löst also Panik aus – und zwar dadurch, dass er das Worst-Case-Szenario als Möglichkeit in Betracht zieht, also einen Verstoß gegen das Verbot des Glaubenssatzes. In unserem Beispiel könnte der Satz lauten „Es ist möglich, dass ich scheitere“. Um deine Fortschritte zu kontrollieren, bewertest du den Alarm, den dieser Satz bei dir auslöst, auf einer Skala von 1 bis 10. 

Um deinen inneren Alarm dann zu deaktivieren, musst du ihn mehrmals auslösen, aber anschließend nicht auf ihn reagieren. Ein Alarm, der wahrgenommen, aber nicht „ausgelebt“ wird, erschöpft sich nach einer Weile von selbst. Diese Übung ist nicht ganz einfach, und eine Voraussetzung dafür ist, dass du im wertfreien Beobachten geübt bist. Das ist nötig, um der Amygdala zu vermitteln, dass es zwar einen Alarm gibt, sich aber eigentlich niemand dafür interessiert.

Konkret sieht das so aus: Wenn du dich in der wertfreien, rein beobachtenden Haltung befindest, sagst du dir selbst den magischen Satz vor und lässt ihn auf dich wirken. Sobald du merkst, dass du die beobachtende Haltung verlierst und Gefühle und Gedanken entwickelst, beendest du die Übung und bewertest den Alarm auf der Skala von 1 bis 10. Das wiederholst du mehrmals täglich, so lange bis die Intensität des Alarms auf 0 reduziert ist und keinerlei emotionale oder körperliche Reaktion mehr hervorruft.

Zugegeben, diese Methode ist eher etwas für Fortgeschrittene, doch entscheidend ist: Egal, wie tief negative Denkmuster in deinem Wesen verankert sind, es gibt immer eine Möglichkeit, dich von ihnen zu befreien.

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CHRONISCHE SCHMERZEN

Chronische Schmerzen haben biologische, psychische und soziale Ursachen

Wenn ein Schmerz länger als drei Monate anhält und auf keine körperliche oder seelische Grunderkrankung zurückzuführen ist, spricht man von einer chronischen und eigenständigen Schmerzerkrankung. Aber wie kommt es dazu? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Sicher ist, dass auch eine chronische und eigenständige Schmerzerkrankung irgendwann einen konkreten Ursprung hatte. Ob der akute Schmerz zum chronischen Leiden wird, hängt allerdings von drei Faktoren ab: den körperlichen, seelischen und sozialen Begleitumständen. Die Schmerzforscher veranschaulichen das mithilfe des bio-psycho-sozialen Schmerzmodells.

Die körperlichen, seelischen und sozialen Faktoren sind eng miteinander verknüpft. Die meisten Menschen kennen den „Normalfall“: Wer sich körperlich und psychisch im Gleichgewicht befindet, steckt eine akute Verletzung früher oder später vollständig weg. Der Bänderriss im Sprunggelenk oder die Zahn-OP verheilt und wird nicht zum Ausgangspunkt eines langwierigen chronischen Schmerzes.

Wenn jemand aber unter einer Depression oder extremem Stress leidet, kann sich derselbe Auslöser zu einer langjährigen Schmerzerkrankung verwachsen. Darum müssen bei chronischen Leiden zunächst alle drei Faktoren betrachtet werden.

Auf biologischer Ebene führen die Schmerzen einer akuten Erkrankung, zum Beispiel von einem Bänderriss im Sprunggelenk, oft zu körperlicher Inaktivität. Diese kann wiederum Einschlafstörungen, Schlafmangel oder Gewichtszunahmen verursachen, die die physischen Schmerzen zusätzlich verstärken. Auf psychischer Ebene können Schmerzen Angstzustände, Depressionen, Frust und Aggressionen hervorrufen. Auch diese Empfindungen machen die chronischen Schmerzen schlimmer.

Auf sozialer Ebene führen Schmerzen oft zu Rückzug und Isolation. Wer wegen chronischer Schmerzen weder dem Beruf noch dem gewohnten Privatleben nachgehen kann, vereinsamt. Die soziale Stigmatisierung als „Faulpelz“ oder „Simulantin“ führt zu psychischen Problemen – und der Teufelskreis ist perfekt.

Schmerzerkrankungen sind also so vielschichtig, dass sie nicht eindimensional behandelt werden können. Eine Therapie mit Medikamenten, Massagen oder Bewegung reicht schlichtweg nicht aus. Der chronische Schmerz muss von allen relevanten Seiten behandelt werden.

Das bedeutet, dass die Behandlung neben dem körperlichen Schmerz auch psychische Aspekte und das soziale Umfeld der Patienten berücksichtigen muss.