Juli 8, 2022

Eine Unternehmenskrise ist für Mitarbeitende eine emotionale Achterbahnfahrt. An deren Anfang stehen meist Schock, Verdrängung und Ablehnung – die Phase der Verneinung. Guten Führungskräften gelingt es, ihre Belegschaft möglichst schnell aus diesem Widerstand in die Veränderungsbereitschaft zu bringen. Wie das gelingt? Durch klare und empathische Kommunikation.

Manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter akzeptieren Veränderungen schneller als andere. Der innere Widerstand von Beschäftigten hat immer einen Grund. Wenn Führungskräfte die drei Arten des Widerstands kennen, können sie Mitarbeiter leichter dazu bewegen, das Neue zu akzeptieren.

Die erste Form des Widerstands lautet: „Ich kann nicht.“ Die Mitarbeiterin hat Sorge, ob sie die neuen Anforderungen bewältigen wird. Oft gibt es Missverständnisse oder Fragen. Hier helfen Training und Aufklärung.

Die zweite Form des Widerstands äußert sich in: „Ich will nicht.“ Dieser Widerstand ist emotionaler und schwieriger zu überwinden. Wenn ein Mitarbeiter zwar verstanden hat, aber keine Veränderung will, steht in der Regel Angst dahinter. Im persönlichen Gespräch kann die Führungskraft diese Angst aufdecken und gemeinsam mit dem Mitarbeiter Lösungswege finden.

Die dritte und stärkste Form des Widerstands sagt: „Ich will dich nicht.“ Hier ist persönliches Vertrauen in die Führungskraft verloren gegangen. Dieses kann nur langsam, Schritt für Schritt wieder aufgebaut werden.

Egal, auf welchen Widerstand Sie treffen. Er ist nie allein über reine Informationsvermittlung zu lösen. Stellen wir uns inneren Widerstand als Eisberg auf hoher See vor: Die Sachebene ist nur die sichtbare Spitze über Wasser, während die Emotionsebene unter Wasser den deutlich größeren Teil ausmacht. Wenn Sie in einer Krise wirksam kommunizieren wollen, muss Ihnen das bewusst sein.

Halten wir fest: Wollen Führungskräfte ihre Mitarbeiter zur Veränderung motivieren, müssen Sie ihren inneren Widerstand verstehen und Sie emotional erreichen.

Zur Krisenbewältigung sollten sich Führungskräfte also angemessen um ihre Beschäftigten kümmern. Doch dafür müssen Sie erst einmal an sich selbst arbeiten. Denn ob Sie ihrer Führungsrolle gerecht werden, hängt von Ihrer eigenen Resilienz ab.

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