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Mai 16

Es gibt für jedes Diskussionsthema die passende Zeitform

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Beziehungsstreits sind ein Paradebeispiel dafür, wie schnell Diskussionen eskalieren können. Irgendwann fliegen die Fetzen und keiner weiß später noch, wie es so weit kommen konnte. Das kriegt man mit guter Rhetorik besser hin.

Vergiss bei einer verbalen Auseinandersetzung nie, worum es eigentlich geht. Damit kommen wir zu Aristoteles, dem Urvater der Rhetorik. Ihm zufolge gibt es drei rhetorische Grundthemen: Anschuldigungen, Werte und Entscheidungen.

Bei Anschuldigungen geht es um Schuldfragen: „Wer hat schon wieder das Klopapier aufgebraucht?“ Bei Werten stehen Vorlieben, Zugehörigkeiten und Rechte im Fokus: Ist Abtreibung okay? Sollten katholische Priester heiraten dürfen? Entscheidungen verlangen immer eine Wahl: Gehen wir tanzen oder bleiben wir zu Hause? Sollten wir den Firmenstandort nach Dublin verlagern?

Stell dir vor, dein Freund will lesen und bittet dich, die Musik leiser zu drehen. Du reagierst verschnupft: „Du hast die Anlage doch vorhin selbst so laut gestellt.“ Das bringt ihn auf die Barrikaden: „Ach so? Wer hat denn heute Morgen die Nachbarn mit Beyoncé aus dem Bett gejagt?“ Nun bist du endgültig gekränkt: „Darum geht es also: Du magst meine Musik nicht!“

Falsch. Eure Debatte ist entgleist und zum Kampf geworden. Eigentlich ging es um die Frage, ob du die Musik leiser drehen könntest, also um eine Wahl. Du aber gibst ihm die Schuld an der Lautstärke, woraufhin er deinen Musikgeschmack abwertet. Wie hätte sich das vermeiden lassen?

Aristoteles würde sagen: durch die Wahl der passenden Zeitform. Anschuldigungen beziehen sich auf die Vergangenheit. Sie fallen in den Bereich der forensischen Rhetorik bzw. Gerichtsrhetorik. Wer hat was verbrochen und wie wird das geahndet? Bei Werten geht es um die Gegenwart und demonstrative Rhetorik, also um Identität und Zugehörigkeit – um das, was wir wollen, und das, was uns verbindet oder unterscheidet.

Bei der Wahl geht es immer um die Zukunft. Was machen wir jetzt? Was wäre die beste Entscheidung? Diese beratende oder politische Rede richtet sich auf das, was von Vorteil wäre. Das heißt: Wenn du jemanden für etwas rügen willst, wähle die Vergangenheitsform. Wenn du deine Schwester von der Abtreibung abraten willst, beziehe dich auf die Gegenwart. Aber wenn du Ruhe im Wohnzimmer willst, konzentriere dich auf die Zukunft.

Zum Beispiel so: „Soll ich etwas Ruhigeres anmachen? Oder wollen wir vielleicht einen Film zusammen gucken?“ So wird euer Gespräch weder anklagend noch wertend und es lädt sich nicht unnötig emotional auf.


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