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Wie selbstbewusst wir sind, wird teilweise durch unsere Gene bestimmt

Unsere Persönlichkeit und unser Charakter sind eine Mischung aus den Genen, die wir von unseren Eltern erben und den Erlebnissen, die uns prägen. Heute wissen wir, dass auch unser Selbstbewusstsein zu ca. 50% von den Genen bestimmt wird.

Eine wichtige körperchemische Rolle bei der Entwicklung des Selbstbewusstseins spielt dabei das Hormon Serotonin, das dafür sorgt, dass wir ausgeglichen und glücklich sind. Dabei gibt es ein bestimmtes Gen, das darüber bestimmt, wie viel Serotonin eine Person im Körper ausschüttet: Wenn dieses Gen kürzer ist, produziert der Körper weniger Serotonin und sorgt dafür, dass sich die Person eher ängstlich und zurückhaltend verhält.

Experimente an Affen haben gezeigt, dass Tiere, die mit der längeren Version dieses Gens geboren werden, durchschnittlich sozialer und risikobereiter sind – übersetzt in menschliche Kategorien haben diese Tiere mehr Selbstvertrauen.

Nach der Geburt spielt dann vor allem die Kindheit eine wichtige Rolle dabei, wie viel Selbstbewusstsein wir entwickeln. Natürlich entwickelt sich nicht jeder, der mit der langen Version des Gens geboren wird, in einen gnadenlosen Selbstdarsteller, doch der Grundstein dafür ist gelegt. Ein Kind, das genetisch bedingt eher selbstbewusst ist, kommt z.B. besser damit klar, wenn es von seinen Eltern nicht besonders gefördert oder gelobt wird.

Auch das wurde in dem gleichen Experiment mit den Affen bestätigt: Babys mit dem kurzen Gen wurden zu scheuen und zurückhaltenden Erwachsenen, wenn ihre Mütter sich nicht besonders gut um sie kümmerten. Babys mit dem langen Gen hingegen wurden selbstbewusste Erwachsene, obwohl sie von denselben Müttern großgezogen wurden.

50% unseres Selbstbewusstseins kommen also von den Genen – das bedeutet aber auch, dass wir die anderen 50% durch unser Verhalten und unsere Einstellung beeinflussen können.