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Selbstvertrauen ist im Job mindestens genauso wichtig wie Kompetenz

Selbst die erfolgreichsten, klügsten und kompetentesten Frauen sind oft nicht besonders selbstbewusst. Dass sie sich damit selbst im Weg stehen, wissen einige von ihnen, doch die wenigsten versuchen, etwas daran zu ändern.

Es gibt zahllose Frauen, die einen wirklich tollen Job machen, aber sich komplett inkompetent, unvorbereitet und überfordert fühlen. Dazu gehören auch Top-Managerinnen wie Christine Lagarde, die seit 2001 geschäftsführende Direktorin des IWF ist. Sie ist in dieser Position eine der einflussreichsten Frauen der Welt, doch sie gab in einem Interview mit den Autorinnen sofort zu, dass sie Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein gehabt habe und auch heute noch Momente starker Unsicherheit erlebe.

Ein Schlüssel zum Verständnis, welche Rolle das Selbstvertrauen im Berufsleben spielt, ist der Zusammenhang mit den Kompetenzen. Müssen wir wirklich etwas draufhaben, um erfolgreich zu sein, oder reicht es, wenn wir so tun oder wenn wir zumindest glauben, dass wir eine Sache ziemlich gut können?

Ja, manchmal schon. Viele Menschen, hauptsächlich Männer, pokern einfach so hoch, dass sie es in jede Chefetage schaffen, obwohl sie bei weitem nicht die besten auf ihrem Gebiet sind.

Dass Frauen Chancen verpassen, weil sie sich ihrer Fähigkeiten unsicherer sind, wies auch der Psychologe David Dunning nach. Er befragte Studenten dazu, wie selbstsicher sie sich auf verschiedenen Gebieten fühlen und fand heraus, dass Frauen ihre Fähigkeiten und Erfolge viel geringer einschätzen als Männer. Als er den Befragten anbot, an einem Wettbewerb teilzunehmen, meldeten sich nur 49% der Frauen an, bei den Männern wollten hingegen 71% mitmachen und beweisen, was sie drauf haben.

Unsicherheit bedeutet aber nicht nur, dass Menschen unsere Kompetenzen seltener wahrnehmen, sondern führt oft auch zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Durch die Unsicherheit stecken wir unsere Ziele viel niedriger und erreichen dadurch tatsächlich weniger, als wir könnten. Wer sich dagegen eher überschätzt und sich Mammutziele setzt, wird sich höchstwahrscheinlich auch weiterentwickeln und irgendwann mehr schaffen. So bedingen sich Selbstsicherheit und Kompetenz.

Was für ein Bild wir von uns selbst haben, bestimmt also darüber, wie unsere Kompetenzen eingestuft werden und hilft dabei, Kompetenzen richtig zu schärfen. Aber woher kommt eigentlich dieses Selbstbewusstsein und warum haben manche mehr und manche weniger davon?