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Selbstwertgefühl ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis

Es gibt zwei anschauliche Vergleiche, die ziemlich deutlich machen, welche Rolle ein gesundes Selbstwertgefühl in unserem Leben spielt. Der erste Vergleich ist der mit dem Immunsystem, denn unser Selbstwertgefühl fungiert wie eine Art psychologisches Immunsystem: Je mehr man davon hat, desto weniger anfällig für Angriffe von außen ist man. Kritik und Rückschläge prallen einfach an solchen Menschen ab, wie Erkältungsviren an Leuten, die ihr Immunsystem täglich mit reichlich Vitamin C stärken.

Der andere Vergleich, der herangezogen werden kann, ist der zu Kalzium: Jenes ist dafür zuständig, dass wir in unserem Körper innere Stärke aufbauen können. Zähne und Knochen sind viel widerstandsfähiger, wenn wir genug Kalzium zu uns nehmen. Mit einem ausreichend großen Selbstwertgefühl verfügen wir demnach über ein stabiles psychisches Gerüst, das uns auch große emotionale Herausforderungen stemmen lässt. Wir könnten theoretisch ohne Kalzium leben, würden dann aber schon bei kleinsten Anstrengungen zusammenbrechen.

Selbstwertgefühl ist außerdem ein grundlegendes Bedürfnis von uns allen. Menschen sind sehr soziale Wesen, und Anerkennung und Respekt, welche die Grundlage für ein gesundes Selbstbewusstsein bilden, sind unverzichtbar für unser Selbstbild.

Wir streben also alle danach, ein positives Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dabei stehen wir uns jedoch leider häufig selbst im Weg, denn allzu oft ist das Selbstwertgefühl eine selbsterfüllende Prophezeiung: Wer wenig davon hat, wird wenig erreichen und folglich auch nicht besonders stolz auf sich sein. Ein klassisches Beispiel dafür lieferte ein Architekt, der bei einem Coach in Behandlung war: Er verfügte über wenig Selbstbewusstsein. Als er sich um ein großes Projekt bewarb, dachte er insgeheim von Beginn an, dass er es gar nicht verdient hätte, den Auftrag zu ergattern. Er wurde deswegen so nervös, dass er sich betrank und eine grottenschlechte Präsentation über seinen Entwurf hielt. Natürlich bekam er den Zuschlag nicht. Darin sah er eine Bestätigung dessen, was er schon immer vermutet hatte: Er sei einfach ein schlechter Architekt.

Wie können wir aber jenen Teufelskreis durchbrechen?