Kategorien
BLOG

Die 4. Säule ist Selbstbewusstsein

Die vierte Säule des Selbstwertgefühls bildet unser Selbstbewusstsein. Selbstbewusstsein bedeutet, zu wissen, dass wir ein Recht darauf haben, zu existieren und wir selbst zu sein.

Ein Persönlichkeitscoach hat dazu merkwürdige Beobachtung gemacht. Er fragte eine Klasse von Psychologiestudenten, ob sie meinen, dass sie das Recht hätten, zu existieren. Alle bejahten die Frage. Doch als er die Studenten bat, den Satz „Ich habe ein Recht, zu existieren“ laut auszusprechen, war niemand in der Lage, zuversichtlich und ruhig zu sprechen. Alle hatten eine gewisse Spannung in der Stimme, als ob sie mit der Aussage eine Kampfansage machen wollten.

Der Grund dafür ist vermutlich, dass wir alle insgeheim Angst davor haben, dass uns jemand widersprechen könnte. Sobald wir uns selbst ausdrücken, bieten wir eine Angriffsfläche. Um diese Angst zu besiegen, müssen wir lernen, selbstbewusst zu sein – dazu zu stehen, wer und wie wir sind. Wir müssen unsere eigenen Ideen und Gefühle anerkennen und für sie einstehen. Sobald wir uns für unsere Gefühle schämen, schaden wir damit unserem Selbstbewusstsein.

Es ist nicht immer leicht, zu unseren Gefühlen zu stehen. Ich hatte z.B. einen Klienten, der im Kino einen Film gesehen hatte, der ihn emotional sehr berührte. Kurz danach traf er einen Freund auf der Straße. Als dieser ihn nach dem Film fragte, gab der Klient vor, ihn furchtbar langweilig gefunden zu haben. Denn er hatte Angst, als Softie abgestempelt zu werden, wenn er erzählen würde, dass ihn der Film ganz schön mitgenommen hatte. Ohne es unmittelbar zu bemerken, hatte er dadurch, dass er ein möglichst toughes Bild von sich selbst vermitteln wollte, seinem Selbstbewusstsein geschädigt.

Als selbstbewusste Menschen schämen wir uns nicht für unsere Gefühle. Wenn wir stattdessen anfangen, zu ihnen zu stehen, bilden wir dadurch die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl.