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GENE – ANGST – KRANKHEIT

Meine Mutter hatte Krebs, mein Großvater hatte Krebs…ich bekomm auch Krebs. So oder so ähnlich hat das bestimmt schon jemand mal gehört – die Angst kam unausweichlich (bestenfalls „nur“ die Angst).

Früher war man der Meinung, die Gene erzeugten Krankheiten und wir seien auf Gedeih und Verderb unserer DANN ausgeliefert.

Starben viele Mitglieder einer Familie an Herzversagen, dann, so vermutete man, würden auch die Angehörigen höchstwahrscheinlich Probleme mit dem Herzen bekommen. Doch inzwischen hat die Wissenschaft der Epigenetik aufgezeigt, dass es keineswegs die Gene sind, die Krankheiten erzeugen, sondern die Umwelt, die unsere Gene darauf programmiert, Krankheiten auszulösen – und zwar nicht nur die Umwelt außerhalb des Körpers (beispielsweise Zigarettenrauch oder Pestizide), sondern auch die Umwelt im Körper: das äußere Zellmilieu.

Was meine ich mit der Umwelt im Körper? Emotionen sind chemisches Feedback, die Endprodukte von im Außen gemachten Erfahrungen. Reagieren wir auf eine äußere Situation, die eine Emotion erzeugt, kann die daraus entstehende Chemie im Körper den Genen signalisieren, sich entweder einzuschalten (hochzuregulieren bzw. die Genexpression zu verstärken) oder abzuschalten (herunterzuregulieren bzw. die Genexpression abzuschwächen). Das Gen selbst verändert sich physisch nicht – die Genexpression verändert sich, und das ist das Entscheidende, weil sich das auf unsere Gesundheit und unser Leben auswirkt. Obwohl also jemand eine genetische Veranlagung für eine bestimmte Krankheit hat, wird diese Person diese Krankheit nicht unbedingt entwickeln und bleibt gesund, solange ihre Gene weiterhin Gesundheit und nicht Krankheit „ausdrücken“.