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Angst

Die Feiertage sind vorbei und ich hoffe es geht euch gut. Jedoch spielt Angst bei vielen eine große Rolle im täglichen Leben.

Angst vor Krankheiten, Angst vor Trennung, Angst vor Verlust…. Angst ist aber nicht nötig. Wir brauchen keine Angst, obwohl wir gelernt haben, dass wir Angst brauchen.

Du brauchst keine Angst um unnötige Gefahr zu vermeiden. Nur ein Minimum an Intelligenz und gesundem Menschenverstand.

Wenn es um praktische Dinge geht, ist es nützlich, alles was du in der Vergangenheit gelernt hast, anzuwenden.

Wenn dich allerdings jemand mit Feuer oder Gewalttätigkeit bedroht, dann wirst du vielleicht Angst spüren.

Instinktiv schreckst du vor der Gefahr zurück. Das ist aber nicht die psychologisch begründete Angst von der wir hier reden. Die psychologisch begründete Angst hat nichts mit irgendeiner konkreten und wahren, augenblicklichen Gefahr zu tun.

Sie hat viele verschiedene Formen: Unruhe, Sorgen, Ängstlichkeit, Nervosität, Spannung,

Grauen und so weiter.

Diese Art psychologischer Angst hat immer mit etwas zu tun, was passieren könnte nicht mit etwas das gerade geschieht.

Du bist im hier und jetzt, während dein Verstand in der Zukunft ist. Dadurch entsteht eine Lücke die sich mit Angst und Sorge füllt und wenn du mit deinem Verstand identifiziert bist und den Kontakt zur Kraft und Schlichtheit des Jetzt verloren hast, dann wird diese angstgefüllte Lücke ein ständiger Begleiter.

Mit dem gegenwärtigen Moment kannst du immer zurechtkommen, aber du kannst nicht mit etwas fertig werden, dass nur eine Projektion deines Verstandes ist – das heißt mit der Zukunft.

Solange du mit deinem Verstand identifiziert bist, regiert das Ego dein Leben wie ich vorher schon erwähnte.

Das Ego ist nur ein Phantom und trotz vielschichtiger Verteidigungsmechanismen sehr verletzbar, sehr unsicher, fühlt sich ständig bedroht.

Das ist übrigens auch dann der Fall, wenn das Ego äußerlich sehr selbstsicher erscheint. Eine Emotion ist, wie wir wissen, die Reaktion des Körpers auf deinen Verstand. Und welche Informationen bekommt der Körper nun laufend vom Ego, vom falsch erfundenen Selbst? Gefahr – ich werde bedroht. Und welche Emotion wird durch diese ständige Nachricht erzeugt? Natürlich Angst.

Angst scheint viele Ursachen zu haben. Angst vor Verlust, Angst vor Versagen, Angst vor Verletzung und so weiter. Aber letztendlich ist jede Angst die Angst

des Egos vor dem Tod, vor der Vernichtung.

Für das Ego lauert der Tod immer gleich um die nächste Ecke.

Wenn du dich mit dem Verstand identifizierst, beeinflusst die Angst vor dem Tod jeden Aspekt deines Lebens.

Auch das scheinbar so triviale und normale, zwanghafte Bedürfnis zum Beispiel bei einem Streit recht behalten zu wollen und die andere Person ins Unrecht zu setzen, die Verstandesposition mit der du dich identifiziert hast zu verteidigen, gründet auf der Angst vor dem Tod.

Wenn du dich mit einer Verstandesposition identifizierst und dann im unrecht bist, wird sich dein auf den Verstand gegründete Selbstgefühl ernsthaft von der Vernichtung bedroht fühlen.

Du als Ego kannst es dir also nicht leisten unrecht zu haben. Unrecht zu haben bedeutet zu sterben.

Darüber sind Kriege geführt worden und zahllose Beziehungen sind daran gescheitert.

Sobald du dich von deinem Verstand getrennt hast, macht es für dein Selbstgefühl keinen Unterschied mehr ob du im Recht oder im Unrecht bist. Der stark zwanghafte und zutiefst unbewusste Drang recht zu haben, der auch eine Form von Gewalt ist, wird nicht mehr länger bestehen.

Du kannst klar und deutlich zum Ausdruck bringen wie du dich fühlst und was du denkst. Ganz ohne Aggressivität oder Verteidigungsmechanismen. Dein Selbstgefühl wurzelt dann nicht mehr im Verstand, sondern in einer viel tieferen inneren Wahrheit.

Beobachte es, wenn du defensiv wirst. Was verteidigst du? Eine eingebildete Identität, eine Vorstellung in deinem Verstand, ein fiktives Wesen?

In dem du dieses Muster durch reine Beobachtung bewusst machst, trittst du aus der Identifikation mit ihm heraus. Im Licht deines Bewusstseins wird sich dieses unbewusste Muster dann rasch auflösen.

Das ist das Ende aller Streitigkeiten und Machtspiele die in Beziehungen so zersetzend wirken.

Macht über andere ist nichts anderes als Schwäche die sich als Stärke maskiert. Wahre Stärke findest du im Inneren und sie steht dir jetzt zur Verfügung.

Jeder der mit seinem Verstand identifiziert ist, statt mit seiner wahren Stärke, dem tieferen im Sein verankertem Selbst, wird die Angst als ständigen Begleiter haben.

Es gibt allerdings nur wenige Menschen die schon über den Verstand hinausgegangen sind.

Du kannst also davon ausgehen, dass so gut wie jeder dem du begegnest oder den du kennst, in einem Zustand der Angst lebt.

Unterschiede gibt es nur in der Intensität.

Sie schwankt zwischen Furcht und Grauen auf der einen Seite der Skala, bis zu einem wagen Gefühl von Unbehagen oder Bedrohung auf der anderen.

Den meisten Menschen wird es erst dann bewusst, wenn die Angst eine akute Form annimmt.